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Akkulturationsstile und Depressivität von Migranten

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Akkulturationsstrategien von Migranten, aktuelle Versorgungsaspekte und gesundheitliche Perspektiven

Ausgabe: 2014: Heft 6 2014 (405-492)
Seiten: 419-426

Akkulturationsstile und Depressivität von Migranten

M. A. del Pozo (1), K. Behrens (2), W. Schulz (1), I. T. Graef-Calliess (3)

(1) Institut für Psychologie, Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig; (2) Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover; (3) Zentrum Transkulturelle Psychiatrie & Psychotherapie, Klinikum Wahrendorff Sehnde/Hannover; Forschungsgruppe Soziale und Transkulturelle Psychiatrie & Psychotherapie, Medizinische Hochschule Hannover

Stichworte

Migration, Depressivität, Akkulturationsstil

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Erfasst wurden die Depressivität und Akkulturationsstile von Migranten, die die Spezialsprechstunde für Migration und seelische Gesundheit der Medizinischen Hochschule Hannover aufsuchten. Material und Methoden: Zum Einsatz kamen ein semistrukturiertes Interview und Fragebögen, die soziodemografische Information, erlebte Migrationstraumata, Depressivität und Akkulturationsstil erfassten. Ergebnisse: Integrierte Migranten waren am wenigsten belastet, wohingegen assimilierte Migranten signifikant höhere Depressivitätsraten hatten. Migranten, die unfreiwillig migriert waren, hatten eine tendenziell höhere Wahrscheinlichkeit an Depressivität zu erkranken. Dabei scheint die Freiwilligkeit zur Migration nicht unabhängig von dessen Herkunftsland zu sein. Die Faktoren „aus Polen kommend“, „Migration aus ökonomischen Gründen“, „integriert sein“ und wenn unklar war, ob ein Vormigrationstrauma vorlag, sagen psychische Gesundheit am besten vorher. Schlussfolgerungen: Von allen vier untersuchten Akkulturationsstrategien scheint die Integration mit der geringsten seelischen Belastung einher zu gehen. Klinische Relevanz: Sensibilisierung für die unterschiedlichen Akkulturationsstile und den Zusammenhang mit emotionaler Belastung, hieraus ableitbare Implikationen für die Praxis und Prävention.

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