Gesamtübersicht

Epileptische Anfälle und Epilepsie nach Schlaganfall

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Kompetenznetz Schlaganfall

Ausgabe: 2016: Heft 1-2 2016 (1-88)
Seiten: 20-24

Epileptische Anfälle und Epilepsie nach Schlaganfall

Epidemiologie, Risikofaktoren, Therapie

M. Holtkamp (1)

(1) Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie Charité – Universitätsmedizin Berlin

Stichworte

Rezidivrisiko, sekundäre Prophylaxe, Akut-symptomatischer Anfall, primäre Prophylaxe, unprovozierter Anfall

Zusammenfassung

Ein Schlaganfall kann neben den direkten neurologischen Defiziten mit einer Reihe von Komplikationen assoziiert sein, epileptische Anfälle und Epilepsien sind als klinisch alltagsrelevant hervorzuheben. Wenn ein erster epileptischer Anfall innerhalb von sieben Tagen nach Schlaganfall auftritt, spricht man definitionsgemäß von einem akut-symptomatischen Anfall, der durch die akuten periläsionellen metabolischen und neuronal-exzitatorischen Veränderungen verursacht wird. Die Inzidenz von akut-symptomatischen Anfällen nach Schlaganfall beträgt etwa 5%, Risikofaktoren sind die Größe, eine kortikale Beteiligung und ein primär hämorrhagischer Infarkt. In der Regel wird eine sekundär prophylaktische Behandlung mit Substanzen wie Levetiracetam oder Valproat für die Dauer von drei Monaten empfohlen, ein mittel- und langfristig relevant erhöhtes Rezidivrisiko besteht nicht. Tritt ein erster epileptischer Anfall mehr als sieben Tage nach Schlaganfall auf, so ist dies ein unprovozierter Anfall, diese Konstellation definiert eine Epilepsie. Wegen des langfristig erhöhten Rezidivrisikos besteht eine Indikation zur dauerhaften antiepileptischen sekundär prophylaktischen Behandlung. Leitliniengerechte Mittel der Wahl bei fokalen Epilepsien sind Lamotrigin und Levetiracetam.

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