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Neue Medien, neue Störungen?

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Temperament –– heute noch relevant?

Ausgabe: 2016: Heft 5 2016 (281-364)
Seiten: 336-340

Neue Medien, neue Störungen?

Eine „Smartphone-Chat“-Kasuistik

N. D. Wolf (1), R. C. Wolf (1)

(1) Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum des Saarlandes

Stichworte

Abhängigkeit, Smartphone, Störungen der Impulskontrolle, exzessiver Medienkonsum

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Anhand eines Fallberichts soll auf klinisch relevante Auswirkungen dysfunktionaler Smartphone-App-Nutzung aufmerksam gemacht werden. Material und Methoden: Der Fallbericht stützt sich auf Anamnese und klinische Befunderhebung im Verlauf einer tagesklinischen Behandlung eines Patienten mit dysfunktionaler Smartphone-App-Nutzung. Nach einer selektiven Recherche wurden rezente Publikationen zur dysfunktionalen Smartphonenutzung berücksichtigt. Ergebnisse: Durch die tagesklinische Behandlung konnte insgesamt ein deutlicher Rückgang (vor allem eine zeitliche Reduktion) pathologischen Nutzerverhaltens erreicht werden. In der wissenschaftlichen Literatur zeichnet sich ein wachsendes Interesse an störungsrelevanter Dysfunktionalität im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Smartphones und der Nutzung von Smartphone-Apps ab. Schlussfolgerung/klinische Relevanz: Kommunikationswirksame Smartphone-Apps bergen das Risiko exzessiven und dysfunktionalen Verhaltens. Es ist möglich, dass mit der zunehmenden Popularität dieser Kommunikationsmedien pathologisches Nutzverhalten zunehmend auch behandlungsrelevant wird. Ob aus diesen „neuen Störungen“ auch neue Diagnosen abgeleitet werden könnten, ist noch ungewiss. In Zukunft dürften insbesondere präventive Aspekte bedeutsam werden.

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