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Selbstmordterrorismus verstehen

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Suizidales Verhalten: Einblicke in eine „Black Box“

Ausgabe: 2017: Heft 4 2017 (199-302)
Seiten: 245-250

Selbstmordterrorismus verstehen

A. Speckhard (1)

(1) Georgetown University Medical School, Department of Psychiatry, Washington, D.C., USA

Stichworte

Suizidterrorismus, Terrorismus im Mittleren Osten, moderner Terrorismus, Motivation zum Suizidterrorismus, Märtyrertum, Shaheed

Zusammenfassung

Der Suizidterrorismus stellt eine besonders grausame Terrortaktik dar, benutzt er doch Menschen – nicht selten Frauen und Kinder – als „lebende Bomben“, die sich selbst in die Luft sprengen, um andere mit in den Tod zu reißen. Das Phänomen ist nicht auf eine bestimmte Region oder Religion begrenzt, sondern kommt im Gegenteil global vor. In Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan oder Pakistan gehört es beinahe zur alltäglichen Realität. Einige der weltweit gefürchtetsten Terrororganisationen, beispielsweise ISIS und Al-Qaida, setzen den Suizidterrorismus als bevorzugte Waffe ein. Gestützt auf ihre Erfahrungen aus über zwei Jahrzehnten ausgedehnter Feldforschung in fünf Weltgegenden, insbesondere dem Mittleren Osten, Westeuropa, Nordamerika, Russland und dem Balkan, erörtert die Autorin die Ursprünge des modernen Suizidterrorismus, seine zugrunde liegenden motivationalen Faktoren, seine globale Ausbreitung und die faszinierende Anziehungskraft, die er auf unterschiedlichste Terrorgruppen ausübt und sie veranlasst, ihn in das Spektrum ihrer Taktiken zu integrieren.