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Gesamtübersicht

Ideal und Wirklichkeit einer „kultursensiblen“ Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Kulturelle Kompetenz im klinischen Alltag Teil 1

Ausgabe: 2017: Heft 7 2017 (495-582)
Seiten: 521-524

Ideal und Wirklichkeit einer „kultursensiblen“ Begleitung Schwerstkranker und Sterbender

Palliativmedizin und Psychoonkologie aus transkultureller Sicht

S. M. Probst (1)

(1) Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Klinikum Bielefeld

Stichworte

Palliativmedizin, Würde, Diversity Management, Interkulturalität

Zusammenfassung

Die pluralistische Diversifizierung unserer Gesellschaft stellt uns vor Herausforderungen, die oft als Bedrohung, aber nur selten als Chance oder Bereicherung erlebt werden. Im Gesundheitssystem sind transkulturell bedingte Missverständnisse häufig und stören die gerade in existenziellen Situationen unverzichtbare Vertrauensbildung. Außerhalb einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung ist es schwer bis unmöglich, eine gelingende Behandlungs- und Entscheidungspartnerschaft zu schaffen. Die Palliativmedizin sieht den Ausgangspunkt ihres Auftrags in der Würde und Selbstbestimmung des Menschen. Das Verständnis von Würde und Autonomie ist in unserer wertepluralen und bunten Gesellschaft heterogen. Neben den scheinbar leicht zu erkennenden sprachlichen Barrieren sind es vor allem kulturelle Barrieren, die Unzufriedenheit und Vertrauensbrüche bei Patienten, deren Familien und den Akteuren des Gesundheitssystems entstehen lassen. Ihrem Ideal eines radikal patientenorientieren Ansatzes treu bleibende Palliativmediziner müssen einen kultursensiblen Umgang lernen, der sich mit der eigenen Kultur auseinandersetzt und dem Fremden mit empathischer Neugier und kritischer Toleranz begegnet.

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