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Die Versorgungslandschaft in der Psychoonkologie

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Psychoonkologie

Ausgabe: 2017: Heft 12 2017 (839-1030)
Seiten: 949-953

Die Versorgungslandschaft in der Psychoonkologie

S. Singer (1, 2), B. Hornemann (3), G. Bruns (4), A. Petermann-Meyer (5, 6)

(1) Abt. Epidemiologie und Versorgungsforschung, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universitätsmedizin Mainz; (2) Universitätskrebszentrum (UCT), Universitätsmedizin Mainz; (3) UniversitätsKrebsCentrum (UCC), Universitätsklinikum Dresden; (4) Krebsberatungsstelle des Tumor-Netzwerks im Münsterland e. V.; (5) Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation, Sektion Psychoonkologie, Euregionales Comprehensive Cancer Center Aachen, Universitätsklinikum der RWTH Aachen; (6) Schwerpunktpraxis für Psychoonkologie, Aachen

Stichworte

Psychoonkologie, Rehabilitation, Versorgung, ambulant, stationär, Gesundheitssystem

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der aktuellen Versorgungsstrukturen für Krebs-Patienten mit psychosozialen Belastungen. Methoden: Literaturrecherche für die Versorgungssektoren (stationär, ambulant, sektorenübergreifend) und Einholung von Expertenwissen. Ergebnisse: Psychoonkologische Versorgung steht in allen Versorgungsbereichen für die Patienten, ihre Angehörigen und Hinterbliebenen zur Verfügung, jedoch nicht immer flächendeckend. Vor allem im ambulanten Bereich und im ländlichen Raum gibt es noch erhebliche Versorgungslücken. Die Arbeit der Krebsberatungsstellen ist durch mangelnde Regelfinanzierung nicht sichergestellt. Im stationären Bereich können Leistungen zwar dokumentiert werden, sind jedoch auch nicht erlösrelevant, sodass die Versorgung nur über das freiwillige Zertifizierungssystem gesichert ist. Eine wichtige Hürde zur Inanspruchnahme besteht darin, dass Patienten nicht über die vorhandenen Angebote informiert sind. Sie wünschen sich häufig, dass ihr Arzt ihnen empfiehlt, dass sie Unterstützung in Anspruch nehmen sollten und ihnen sagt, wohin sie sich wenden können. Schlussfolgerungen: Die Versorgungssituation könnte noch weiter verbessert werden durch die Sicherstellung der Finanzierung und durch bessere Informierung der Patienten. Ärzte können ihren Patienten helfen, indem sie konkrete Empfehlungen zur Inanspruchnahme von psychoonkologischen Angeboten aussprechen.

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