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Gesamtübersicht

Häufigkeit und klinische Charakteristika von atypisch depressiven Symptomen

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Depression hat viele Gesichter

Ausgabe: 2009 (Vol. 28): Heft 4 2009 (173-252)
Seiten: 193-199

Häufigkeit und klinische Charakteristika von atypisch depressiven Symptomen

M. Riedel (1), F. Seemüller (1), F. Wickelmaier (1), R. Schennach-Wolff (1), M. Adli (2), M. Bauer (3), K. Kranmüller (4), P. Brieger (5), G. Laux (6), W. Bender (7), I. Häuser (8), J. Zeiler (9), W. Gaebel (10), M. Jäger (1), H.-J. Möller (1), V. Henkel (1)
(1) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Ludwig-Maximilians-Universität München; (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Charité Mitte; (3) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden; (4) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, University Heidelberg; (5) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg; (6) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Inn-Salzach-Klinikum, Wasserburg; (7) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Isar-Amper-Klinikum, Haar; (8) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Charité Benjamin Franklin, Berlin; (9) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Auguste-Viktoria-Krankenhaus, Berlin; (10) Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Düsseldorf

Stichworte

Angst, bipolare Störung, Atypische Depression, Majore Depression

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Ziele dieser Studie waren die Häufigkeit von atypischer Depression bei depressiven stationären Patienten festzustellen. Klinische Charakteristika von Patienten mit atypischer und nicht atypischer Depression zu vergleichen. Die Bedeutung einzelner psychopathologischer Symptome unter besonderer Berücksichtigung von affektiver Schwingungsfähigkeit zu evaluieren. Methoden: Die Diagnosen wurden nach DSM-IV mittels SKID-I und dem AMDP-System gestellt. Die Diagnose einer atypischen Depression wurde analog zu den Kriterien des DSM-IV definiert. Ergebnisse: Eine relativ hohe Prozentzahl von Patienten erfüllten die Kriterien für eine atypische Depression (AD). Frauen hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit Symptome einer atypischen Depression aufzuweisen. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen AD und nicht AD Patienten im Hinblick auf Alter, HAMD-Gesamtwert und Häufigkeit der Diagnose einer bipolaren Störung. Im Hinblick auf die Psychopathologie hatten Patienten mit atypischer Depression eine höhere Wahrscheinlichkeit an somatischen Angstsymptomen, somatischen Symptomen, Schuldgedanken, Libidostörungen, Depersonalisation und Misstrauen zu leiden. Interessanterweise war eine gute affektive Schwingungsfähigkeit nicht signifikant mit dem Vorhandensein von zwei oder mehreren atypisch depressiven Symptomen assoziiert. Schlussfolgerungen: Auch unter stationären Bedingungen sind atypische Depressionen entgegen ihrem Namen häufig anzutreffen. Patienten mit atypischer Depression scheinen eine höhere Wahrscheinlichkeit zu haben, an somatischen Symptomen und somatischer Angst zu leiden.

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