Gesamtübersicht

Remobilisierung nach Schlaganfall

Zeitschrift:Nervenheilkunde
ISSN:0722-1541
Ausgabe:2010: Heft 9 2010 (501-608)
Seiten:537-544

Remobilisierung nach Schlaganfall

Der Beitrag von Lokomotionstherapie, Hilfsmittel, Redression und Botulinumtoxin

B. Quentin (1), J. Wissel (2)

(1) Rehabilitationszentrum Potsdam; (2) Neurologische Rehabilitationsklinik Beelitz-Heilstätten, Kliniken Beelitz GmbH

Zusammenfassung

Behandlungen zur Remobilisation nach Schlaganfall haben sich weiterentwickelt. Zur Wiederherstellung der Steh- und Gehfähigkeit sollten so früh wie möglich im multiprofessionellen Team organisierte aktive Behandlungen angeboten werden. Diese haben die frühe Vertikalisierung sowie Kreislauf- und Koordinationstraining und Elemente des aktiven Gehtrainings mit möglichst hoher Schrittwiederholungszahl zum Inhalt. Hierzu können Therapieeinheiten der Lokomotionstherapie auf dem Laufband oder Gangtrainer mit Sturzsicherung in einem Fallschirmgurtsystem und partieller Gewichtsentlastung genutzt werden. Wichtig ist nach dem gerätegestützten Training das Gehen in der Ebene und jeweils ein Trainieren an der Leistungsgrenze anzustreben. Im Mittelpunkt sollen Übungen stehen, die für den Patienten motivationsfördernd nachvollziehbar Elemente der Steh- und Gehfähigkeit trainieren und dem Ziel der Remobilisation dienen. Bei behindernder Spastizität sollten spezifische Therapien wie Hilfsmittelanpassungen, Redressionen oder Schienenbehandlungen und Botulinum Neurotoxin-Typ-A-(BoNT A)-Injektion eingesetzt werden, um eine achsengerechte Stellung und ausreichenden Motilität der Gelenke der unteren Extremität zu erreichen sowie dem Betroffenen die zeitgerechten Gewichtsübernahme in der Standbeinphase zu erlauben.