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Komorbidität bei Epilepsien

Zeitschrift:Nervenheilkunde
ISSN:0722-1541
Ausgabe: 2004 (Vol. 23): Heft 1 2004 (1-67)
Seiten:21-

Komorbidität bei Epilepsien

S. Beyenburg1,2, D. Schmidt 3
1Département des Neurosciences, Centre Hospitalier de Luxembourg 2Klinik für Epileptologie, Universitätsklinikum Bonn 3Arbeitsgruppe Epilepsieforschung Berlin

Zusammenfassung

Die Komorbidität von Epilepsiepatienten umfasst zahlreicheneurologische, psychiatrische und endokrinologischeErkrankungen sowie Verletzungen und erhöhteMortalität. Die neben dem Anfallsleiden vorliegendenKrankheiten bedürfen besonderer diagnostischer undtherapeutischer Beachtung. Beispielsweise müssenTherapiestrategien aufgrund potenzieller medikamentöserInteraktionen modifiziert werden. DepressiveStörungen sind besonders häufig, werden aber oftaufgrund ihrer atypischen Symptome nicht erkannt unddaher unzureichend behandelt. Eine Komorbidität bestehtauch mit Psychosen, Angsterkrankungen, Autismusund psychogenen nicht-epileptischen Anfällen. Letzterehaben meist eine ungünstige Anfallsprognose und tretenzudem häufig mit epileptischen Anfällen gemeinsamauf. Auch das Migränerisiko ist bei Epilepsiepatientenerhöht, insbesondere bei einer Vorgeschichte mit Schädel-Hirn-Trauma, fokalen epileptischen Anfällen undeiner positiven Familienanamnese für Kopfschmerzen.Störungen der Reproduktion und der Fertilität tretenbei Patienten mit Epilepsie sehr viel häufiger als in derNormalbevölkerung auf. Ursächlich sind medikamentöse,epilepsiebezogene sowie psychosoziale Faktoren.Darüber hinaus sind epilepsiekranke Menschen gefährdetdurch Unfälle, Verletzungen und einen plötzlichen,ungeklärten Tod. Zufällige Koinzidenz häufiger Erkrankungen,ätiopathogenetische Gemeinsamkeiten undiatrogene Einflüsse (z.B. Nebenwirkungen von Medikamenten)sind einige der vielfältigen Ursachen dererhöhten Komorbidität von Patienten mit Epilepsie.

Stichworte

Depression, Komorbidität, Epilepsie, Migräne, Sexualfunktionsstörungen, Verletzungen, SUDEP

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