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Neurostimulation zur Behandlung von Epilepsien - Eine kritische Bilanz

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Aktuelles Epilepsiemanagement

Ausgabe: 2007 (Vol. 26): Heft 11 2007 (953-1072)
Seiten: 999-1005

Neurostimulation zur Behandlung von Epilepsien - Eine kritische Bilanz

C. Baumgartner
Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Wien, Österreich

Stichworte

Epilepsie, rTMS, Transkranielle Magnetstimulation, Neurostimulation, VNS

Zusammenfassung

Neurostimulationsverfahren wie die Vagus-Nerv-Stimulation(VNS), die direkte Hirnstimulation und die repetitivetranskranielle Magnetstimulation (rTMS) eröffnen therapeutischeOptionen für Patienten mit medikamentös therapieresistentenEpilepsien, die für einen epilepsiechirurgischenEingriff nicht in Frage kommen oder bei denen einesolche Operation nicht zum Erfolg geführt hat. Mit der VNSkönnen Responderraten (Anfallsreduktion > 50 %) von30 bis 40% erzielt werden. Es besteht eine breite Wirksamkeitgegenüber allen Anfallstypen in allen Altersgruppen.Die antiepileptische Wirksamkeit nimmt über die ersten 18bis 24 Monate kontinuierlich zu, um dann ein stabiles Plateauzu erreichen. Die VNS zeigt zudem einen positiven Effektauf Stimmung, Gedächtnis und Lebensqualität. Bei derdirekten Hirnstimulation kann einerseits eine direkte Stimulationder epileptogenen Zone und somit kortikalerStrukturen erfolgen, andererseits können auch tiefe Hirnstrukturenmit dem Ziel der Modifikation der Anfallsentstehungund/oder Ausbreitung stimuliert werden. Zudem kanndie Stimulation entweder kontinuierlich oder responsiv, dasheißt bei Auftreten eines Anfallsmusters im simultan mitregistriertenEEG erfolgen. Die tiefe Hirnstimulation befindetsich allerdings noch in einem experimentellen Stadiumund sollte nur in spezialisierten Zentren angewendet werden.Kontrollierte Studien zum Einsatz der TMS bei therapieresistentenEpilepsien ergaben kontroverse Ergebnissehinsichtlich der Wirksamkeit. Möglicherweise profitierenbesonders Patienten mit neokortikalen Foci und Patientenmit fokalen kortikalen Dysplasien von der rTMS. Eine abschließendeEmpfehlung zu ihrem Einsatz bei Epilepsiekann derzeit noch nicht abgegeben werden.

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P. M. Kreuzer (1), F. Padberg (2), C. Schönfeldt-Lecuona (3), J. Höppner (4), P. Zwanzger (5), M. Bajbouj (6), T. Kammer (3), S. Kayser (7), M. Landgrebe (8), A. J. Fallgatter (9), M. Schecklmann (1), J.-P. Lefaucheur (10, 11), B. Langguth (1)

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