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Die transkranielle Magnetstimulation in der Psychiatrie: tatsächlich ein innovatives Therapeutikum? - Eine Entwicklungsgeschichte der elektromagnetischen Stimulation des zentralen Nervensystems

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Psyche, Gehirn und Körper

Ausgabe: 2007 (Vol. 26): Heft 6 2007 (449-540)
Seiten: 492-500

Die transkranielle Magnetstimulation in der Psychiatrie: tatsächlich ein innovatives Therapeutikum? - Eine Entwicklungsgeschichte der elektromagnetischen Stimulation des zentralen Nervensystems

A. Conca1, 2,3, H. Hinterhuber 2,3, J. Di Pauli 1,3, A. Hausmann2,3
1 Abteilung für Psychiatrie I, LKH Rankweil (Vorstand: Prim. Univ. Prof. Dr. P. König); 2 Universitätsklinik für Psychiatrie, Innsbruck (Vorstand: Univ. Prof. Dr. H. Hinterhuber); 3 AG für spezielle psychiatrische biologische Verfahren der ÖGPP (Vorsitzender: Univ. Doz. Dr. A. Conca)

Stichworte

Transkranielle Magnetstimulation, Elektrokrampftherapie, Elektrizität, Magnetismus, Bioichthyotherapie, Psychiatrie- und Medizingeschichte

Zusammenfassung

Die transkranielle Magnetstimulation und ihre therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten stoßen auf zunehmendes Interesse der psychiatrischen Fachwelt. Manche Autoren sehen in ihr die Therapieform des 21. Jahrhunderts. Aber schon in der Antike beschäftigte man sich mit den heilenden Kräften der Elektrizität und des Magnetismus. So schrieb Scribonius Largus 47 n. Chr. wie man mit dem bioelektrischen Stoß des Zitterrochens Podagra, Kephalalgia und Prolapsus ani behandeln kann. Von da an bis in die Neuzeit erschienen Berichte aus Asien, Afrika, Amerika und Europa, wonach die Elektroichthyotherapie bei der Therapie von Anfällen, Schwindel, Lähmungen, Muskelkontrakturen, Schmerzen, Schlafstörungen und Geisteskrankheiten eingesetzt wurde (aus dem griechischen ichthys = Fisch). Dabei dienten der Zitterrochen, der Zitteraal und der Katzenfisch als Quelle für die elektrischen Reizungen. Erst 1745 wurden die Fische vom Leydener Zylinderglas und später (1800) von der Volta-Batterie ersetzt. Allmählich begann man die neuronale Aktivität und deren Funktion zu verstehen. So gelang es Fritsch und Hitzig 1870 durch Faradaysche Reizung, die Erregbarkeit der zerebralen Hemisphären nachzuweisen. 1896 hingegen stimulierte d'Arsonval durch die Anwendung zeitlich variierender Magnetfelder das zentrale Nervensystem. Bis in die Gegenwart sind die Elektrostimulation (Grundlage der Elektrokonvulsionstherapie) und die transkranielle Magnetstimulation bedeutende Bestandteile der psychiatrischen und der neurologischen Behandlung und Funktionsdiagnostik.

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