Moderne neuropsychiatrische Diagnostik - Proteomics als Ergänzung zur genomischen Forschung
R. Hünnerkopf, J. Thome
Academic Unit of Psychiatry, The School of Medicine, Swansea University, United Kingdom
Zusammenfassung
In biologischen Systemen wird Information von DNA über mRNA zur Proteinebene weitergegeben. Durch Prozesse wie alternatives Splicen der RNA und posttranslationale Modifikationen nimmt die Komplexität von der DNA- zur Proteinebene hin zu, weshalb Genomics als alleiniger Ansatz in der neuropsychiatrischen Forschung nicht ausreichend erscheint. Der moderne Forschungsansatz Proteomics erlaubt eine massenspektrometrische Proteinidentifikation einer Vielzahl von Proben unter geringem zeitlichen Aufwand. Durch die proteomanalytische Charakterisierung von Körperflüssigkeiten (wie Blut, Liquor, Urin) können dabei Biomarker detektiert werden, die Hilfestellung bei diagnostischen Prozessen, bei der Einschätzung der individuellen Prognose und der Therapieüberwachung von psychiatrischen Erkrankungen geben können. Im Folgenden sollen aktuelle proteomanalytische Methoden und Ergebnisse zur Proteomics-Biomarker-Forschung in der Psychiatrie vorgestellt werden. Zudem werden Möglichkeiten und Limitierungen von Proteomics diskutiert. Stichworte
Psychiatrie, Massenspektrometrie, Genomics, Proteomics, Biomarker