Nervenheilkunde Nervenheilkunde nhk de-de http://www.schattauer.de/rss.html Fri, 28 Jul 17 06:26:54 +0200 http://www.schattauer.de/uploads/pics/rss.jpg CME-Fragen zum Thema: "Ideal- und Wirklichkeit einer "kultursensiblen" Begleitung Schwerstkranker... http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27703 27703 2017-07-04 14:12:35 Narzissmus rauf, Empathie runter http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27702 M. Spitzer 27702 2017-07-04 13:06:04 Schlafstörungen bei der Parkinson-Krankheit http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27701 Schlafstörungen gehören zu den häufigsten nicht motorischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit. In zahlreichen Fällen ist auch die Vigilanz am Tag mit verstärkter Einschlafneigung und Tageschläfrigkeit gestört. Pathophysiologisch liegen überwiegend non-dopaminerg vermittelte Störungen und Fehlsteuerungen von im Hirnstamm lokalisierten Neurotransmitterneuronen und den nachgeschalteten Regelkreisen vor. Die Ursachen sind multifaktoriell und überlappen sich nicht selten. Im Vordergrund stehen primäre krankheitsimmanente Ursachen einschließlich psychiatrischer und urologischer nicht motorischer Symptome, hypo- oder hyperdopaminerge Phasen meist im Rahmen der Medikation, nächtliche Schmerzen unterschiedlicher Genese sowie Komorbiditäten wie Restless-legs-Syndrom, REM-Schlaf-Verhaltensstörung oder ein Schlafapnoe-Syndrom. Entsprechend den vielfältigen und häufig gegenseitig überlappenden Ursachen ist die Therapie auszurichten. Die ursachenbezogene Differenzialdiagnostik und damit die richtige Therapie stellen für den Arzt eine besondere Herausforderung dar. Idealerweise kann die Abklärung durch Patientenselbstbeurteilungsbögen und durch apparative Messverfahren wie Schlafapnoe-Screening oder Polysomnografie ergänzt werden. Schlafstörungen nachts oder ausgeprägte Tageschläfrigkeit beeinflussen die Lebensqualität von Patient und/oder Betreuer in zum Teil beträchtlichem Ausmaß.... M. Hahne (1), W. H. Jost (2), D. Hartmann (1), B. Griewing (1), M. Keidel (1) 27701 2017-07-04 13:05:40 Institutionelle Kooperation als kollegiales Sicherheitsnetz und als innovatives Modell http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27700 Die psychiatrisch-psychotherapeutische Arbeit mit Flüchtlingen weist besondere Herausforderungen auf. Es existieren zahlreiche Zugangsbarrieren auf Patienten- und Versorgungsseite. Um diesen zu begegnen und somit die Versorgung psychisch erkrankter Flüchtlinge zu verbessern, hat sich in Niedersachsen ein überregionales, multiprofessionelles und multiinstitutionelles Netzwerk etabliert. Dies soll im vorliegenden Artikel beispielhaft an drei beteiligten Institutionen dargestellt werden. M. Belz (1), S. Castro-Nuñez (2), I. Özkan (1), K. Loos (3), I. T. Graef-Calliess (4), F. Baller (3) 27700 2017-07-04 13:02:48 Medikationsprobleme bei Entlassung aus dem Krankenhaus und Implikationen für die transkulturelle... http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27699 Gegenstand: Entlassungen aus dem Krankenhaus bergen Risiken für die Kontinuität und Sicherheit medikamentöser Versorgung. Insbesondere im Kontext transkultureller Medizin stellt diese Transitionssituation eine besondere Herausforderung dar. Methoden: Vier Fokusgruppeninterviews wurden mit insgesamt 42 Pflegetrainern geführt und mit qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Ergebnisse: In der Entlassungssituation ist auf professioneller Ebene vielfältiger Fehlumgang mit Medikation zu verzeichnen. G-DGR-bedingte kurzfristige Entlassungen bergen besondere Risiken der Desorientierung für Patienten und Angehörige, da neue oder veränderte Medikamente zu Irritationen führen, was sich unter anderem in Non-Compliance äußert. Schlussfolgerungen: Fehlumgang mit Medikation kann sich bei Menschen mit Migrationshintergrund durch vorhandene Barrieren im Umgang mit gesundheitlichen Versorgungsangeboten verstärken. Klinische Relevanz: Eine personenzentrierte medizinische und pflegerische Versorgung und interprofessionelle sowie intersektionale Zusammenarbeit kann die medikamentöse Versorgung einer vielfältigen Bevölkerung mit unterschiedlichen Diversitätsmerkmalen und Bedürfnissen verbessern.... H. Tezcan-Güntekin (1) 27699 2017-07-04 13:02:31 Neuropsychiatrische Erkrankungen bei Flüchtlingen in Deutschland http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27698 Neuropsychiatrische Erkrankungen werden bei Flüchtlingen selten beschrieben, sie stellen aber wahrscheinlich einen großen Anteil an Erkrankungen bei Flüchtlingen dar. Dieser Artikel beschreibt das Krankheitsspektrum und die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden mit neurologischen und psychiatrischen Störungen. Bei 500 untersuchten Flüchtlingen in der transkulturellen Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie konnten 253 neurologische Diagnosen gestellt werden. Die häufigsten neurologischen Diagnosen nach ICD-10 waren Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Epilepsie. Der Anteil an Flüchtlinge mit diesen Erkrankungen war bei denen erhöht, die in der Vorgeschichte gefoltert wurden. Es erfordert daher eine dezidierte Betreuung bei der Behandlung von Flüchtlingen gerade bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen. M. Azizi (1) 27698 2017-07-04 13:02:21 Ideal und Wirklichkeit einer „kultursensiblen“ Begleitung Schwerstkranker und Sterbender http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27697 Die pluralistische Diversifizierung unserer Gesellschaft stellt uns vor Herausforderungen, die oft als Bedrohung, aber nur selten als Chance oder Bereicherung erlebt werden. Im Gesundheitssystem sind transkulturell bedingte Missverständnisse häufig und stören die gerade in existenziellen Situationen unverzichtbare Vertrauensbildung. Außerhalb einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung ist es schwer bis unmöglich, eine gelingende Behandlungs- und Entscheidungspartnerschaft zu schaffen. Die Palliativmedizin sieht den Ausgangspunkt ihres Auftrags in der Würde und Selbstbestimmung des Menschen. Das Verständnis von Würde und Autonomie ist in unserer wertepluralen und bunten Gesellschaft heterogen. Neben den scheinbar leicht zu erkennenden sprachlichen Barrieren sind es vor allem kulturelle Barrieren, die Unzufriedenheit und Vertrauensbrüche bei Patienten, deren Familien und den Akteuren des Gesundheitssystems entstehen lassen. Ihrem Ideal eines radikal patientenorientieren Ansatzes treu bleibende Palliativmediziner müssen einen kultursensiblen Umgang lernen, der sich mit der eigenen Kultur auseinandersetzt und dem Fremden mit empathischer Neugier und kritischer Toleranz begegnet.... S. M. Probst (1) 27697 2017-07-04 13:01:59 Parentifizierung – eine Anwendung im Kontext von Migration und Flucht http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27696 Eine Flucht und die damit zusammenhängenden Prozesse der Migration sind für eine Familie potenziell eine äußerst belastende Erfahrung. Diese kann mit einer Umkehr in der Familienhierarchie einhergehen: Kinder übernehmen emotionale oder instrumentelle Aufgaben für ihre Eltern, die eigentlich eine erwachsene Person für das Kind ausführen sollte. Dieses Phänomen wird als Parentifizierung oder Rollentausch bezeichnet. Die Forschung zu Parentifizierung hat den Auswirkungen der Belastungen, denen das Familiensystem geflüchteter Familien ausgesetzt ist, wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen. Aus Studien ist bekannt, dass Parentifizierung im Zusammenhang mit Migration häufiger auftritt, jedoch ist fraglich, inwiefern solche Ergebnisse auf die Erfahrung einer erzwungenen Migration übertragbar sind. Basierend auf einem Überblick des Forschungsstandes und einem integrativen theoretischen Rahmens nach Jurkovic wird in diesem Artikel erörtert, ob geflüchtete Familien aufgrund einer Anhäufung von Risikofaktoren eine besonders vulnerable Gruppe für Parentifizierung darstellen. Dabei werden einzelne Prädiktoren für Parentifizierung im Kontext von Migration und Flucht im Rahmen einer systematischen Literaturanalyse betrachtet. Es wird deutlich, dass Risikofaktoren bei geflüchteten Familien nicht nur grundsätzlich zu großer Belastung akkumulieren, sondern dass kumulative Effekte der Wechselwirkungen zwischen den Faktoren das Familiensystem zusätzlich unter Druck setzen. Aus diesem Grund bedürfen Familien mit Fluchtgeschichte unter Berücksichtigung ihrer Autonomie und Selbstwirksamkeit besonderer Unterstützung auf institutioneller, struktureller und individueller Ebene, um eine überfordernde Verantwortungsübername der Kinder und Jugendlichen zu verhindern.... I. Özkan, M. Willemsen (1) 27696 2017-07-04 13:01:37 Training in cultural competence http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27695 Cultural competence is becoming an increasingly more important theme and even more so in countries where migration/immigration is more frequent and the population is more ethnically diverse. There is a large range with regard to the extent that health professionals are taught about other cultures. The curricula in psychiatry were in many European countries not quite prepared for the influx of migrant populations. The chapter will comprise an overview about the delineation of cultural competence, why it is important in psychiatry, what training should include, different models and perspectives for future services. M. C. Kastrup (1), K. Dymi (1) 27695 2017-07-04 12:59:39 Pokémon Go Away http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27694 M. Spitzer 27694 2017-07-04 12:59:22 Kulturelle Kompetenz im klinischen Alltag Teil 1 http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27693 S. Golsabahi-Broclawski, A. Broclawski 27693 2017-07-04 12:59:06 Open Access: Suizidverhütung und Suizidbeihilfe http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27597 Nach Antrag auf Beihilfe zu einem Suizid wurden 494 psychiatrische Begutachtungen zur Urteils- und selbstbestimmten Willensfähigkeit erstellt; diesen folgten 261 assistierte Suizide. Die Ergebnisse werden Daten aus der Suizidtherapie und Suizidstatistik gegenübergestellt. Antragsteller auf Suizidbeihilfe geben langzeitige grundsätzliche Überlegungen (MW: 16 Jahre) und konkrete Planungen (MW: 5 Jahre) an. Für die einsamen Suizide wurden kürzere Bedenkzeiten (76% < 1 Woche) und Entschlusszeiten (97% < 1 Tag) berichtet. Die Altersverteilungen einsamer vs. assistierter Suizide: In der 7. Lebensdekade sind die prozentualen Häufigkeiten vergleichbar (einsam: 15,8%, assistiert: 13,8%); in der 1. bis 6. Dekade überwiegen einsame Suizide (56,6%; 8. bis 10. Dekade: 27,6%), in der 8. bis 10. Dekade überwiegen assistierte Suizide (63,2%; 1. bis 6. Dekade: 23,0%). Geschlechterverteilung: einsam: Männer 74,0%; assistiert: Männer 34,5%. Unter den Begründungen gelten bei den einsamen Suiziden psychische Störungen und Suchten als überwiegend, gerichtsmedizinische Statistiken bestätigen diese Verteilung. Bei den assistierten Suiziden ist das Verhältnis umgekehrt (somatisch 58,9%, psychopathologisch: 26,3%, andere: 11,1%). Angesichts dieser Hinweise dürfen die Erfahrungen der Suizidprävention und -therapie nicht unkritisch auf die Suizidbeihilfe projiziert werden.... J. F. Spittler (1) 27597 2017-06-06 11:34:24 Das Konzept des Hirntodes wurde in Europa zwischen 1952 und 1960 entwickelt http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27592 Es besteht vielfach die unzutreffende Auffassung, der Hirntod sei 1968 an der Harvard Medical School und ausschließlich zur postmortalen Akquise von Spenderorganen „erfunden“ worden. Demgegenüber lässt sich belegen, dass das Konzept des Hirntodes zwischen dem 27. August 1952 (Ibsen-Tag) und dem 11. März 1960 (Wertheimer-Tag) in Europa entwickelt wurde, und dass seinerzeit die postmortale Organakquise keine Rolle spielte. D. Moskopp (1) 27592 2017-06-06 11:33:39 Fragen zum Thema „Mechanismenbasierte Therapie neuropathischer Schmerzen“ http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27487 27487 2017-05-02 09:55:33 Botulinumtoxin zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27485 Die Behandlung neuropathischer Schmerzen mit systemisch wirksamen oral verabreichten Pharmaka ist bei vielen Patienten wirksam, kann jedoch zu zentralnervösen unerwünschten Wirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel führen. Daher sind in den letzten Jahren topische Therapien in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Botulinumtoxin, etabliert in der Therapie von Dystonien und Spastik, wurde zunehmend bei Schmerzerkrankungen getestet, hierbei ist Botulinum-Neurotoxin A der am besten untersuchte Serotyp. Die häufigsten Indikationen waren Schmerzen im Trigeminusversorgungsbereich und periphere neuropathische Schmerzen. Bei den meisten Studien war Botulinum-Neurotoxin A Placebo deutlich überlegen. Präklinische Studien zum Wirkmechanismus erbrachten die Erkenntnis, dass neben dem erwarteten peripheren Effekt sehr wahrscheinlich auch eine zentrale Reduktion der Ausschüttung von exzitatorischen Neurotransmittern an der Wirkung beteiligt ist. C. Sommer (1), N. Üçeyler (1) 27485 2017-05-02 09:50:29 CGRP als therapeutisches Ziel in der Therapie von primären Kopfschmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27486 Calcitonin gene related peptide (CGRP) übernimmt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie von primären Kopfschmerzerkrankungen in seiner Funktion als potenter Vasodilatator und Neuromodulator. Mehrere Studien konnten eine Beteiligung von CGRP bei der Migräne und beim Clusterkopfschmerz nachweisen, der genaue Wirkmechanismus ist jedoch noch unklar. Die in der Migränetherapie zur Verfügung stehenden Akutmedikamente wie Triptane und die zur Migräneprophylaxe eingesetzten Medikamente sind bei vielen Patienten nicht ausreichend wirksam oder sind durch ihre Nebenwirkungen bzw. Kontraindikationen limitiert. Neue Therapiemöglichkeiten könnten Medikamente sein, die direkt in die durch CGRP vermittelten Mechanismen eingreifen. Derzeit befinden sich in der klinischen Entwicklung zur Akuttherapie der Migräne die CGRP-Rezeptorantagonisten, die sogenannten Gepante. Deren Anwendung könnte jedoch aufgrund von einer eventuellen Lebertoxizität limitiert sein. Die Effektivität der CGRP oder CGRP-Rezeptor blockierenden monoklonalen Antikörper in der Prophylaxe der Migräne wurde in mehreren klinischen Studien untersucht. Diese Substanzen könnten vielversprechende neue Optionen in der Migränetherapie darstellen. In diesem Artikel werden die pathophysiologischen und klinischen Grundlagen einer Beteiligung von CGRP im Mechanismus von primären Kopfschmerzen dargestellt, die akutellen Daten zur Effektivität der genannten Substanzen aufgeführt und mögliche Nebenwirkungen einer Langzeitblockade des CGRP-Systems diskutiert.... L. Neeb (1), U. Reuter (1), H. Israel (1) 27486 2017-05-02 09:50:29 Medizinische Begutachtung unter besonderer Berücksichtigung von Schmerz http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27476 Eine Begutachtung unter besonderer Berücksichtigung von Schmerz kann nicht schematisch erfolgen. Sie muss stets auf den Einzelfall ausgerichtet sein und die gesamte biografische Anamnese mit einbeziehen, z. B. die Therapiemaßnahmen und deren Ergebnis, Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten sind so genau wie möglich zu ermitteln. Weiterhin ist eine Beurteilung des Schweregrades zur Störung ebenso durchzuführen, wie eine Abgrenzung gegenüber Aggravation und Simulation. Nachvollziehbar und unter Berücksichtigung geeigneter Instrumente ist die Überprüfung der Konsistenz vorzunehmen, die Diagnosen sind unter Berücksichtigung geltender ICD-Kriterien und Kodierungshilfen zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane sehr häufig mit psychischen Komorbiditäten einhergehen, diese gilt es zu erfassen. Darüber hinaus sind Erkrankungen der seelischen Gesundheit, die mit Schmerzen einhergehen, ebenfalls von höchster Relevanz für das Fachgebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie und deren Begutachtung, hier sind es vor allen Dingen die somatoformen Störungen und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind.... S. Middeldorf (1) 27476 2017-05-02 09:50:28 Schmerzen bei Patienten mit chronischen Bewusstseinsstörungen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27477 Es gelang durch eine Reihe von Forschungsarbeiten die wenig verstandene und teilweise ignorierte Problematik von Schmerzen bei bewusstseinsgestörten Patienten ein Stück weit zu erhellen. Funktionelle Bildgebungsstudien zeigen, dass die früher definitionsgemäß erwartete vollkommende Unfähigkeit Schmerzen zu empfinden für Patienten mit einem Syndrom reaktionsloser Wachheit nicht generell zutrifft. Die Nociception Coma Scale versucht, die Schmerzwahrnehmung bewusstseinsgestörter Patienten zu objektivieren und deren Schmerztherapie zu verbessern. Allerdings kann diese Skala nur ansatzweise die Frage nach einer tatsächlich erhaltenen Schmerzwahrnehmung beantworten. Schmerztherapie sollte auch Patienten ohne äußere Anzeichen für Bewusstsein nicht vorenthalten werden. Allerdings muss die Sinnhaftigkeit einer solchen Therapie immer gut hinterfragt werden, um Nebenwirkungen der Medikation und Behinderung von Rehabilitationsfortschritten durch Sedierung zu vermeiden. Spastik stellt eine häufige potenzielle Schmerzursache bei schwer betroffenen neurologischen Patienten dar. Neben intrathekalem Baclofen bietet die Botulinumtoxininjektion eine relativ nebenwirkungsarme und wirkungsvolle Therapiealternative.... D. Vogel (1), F. Müller (1) 27477 2017-05-02 09:50:28 Stellenwert bildwandlergestützter Infiltrationen bei der Diagnostik degenerativer... http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27478 Selektive diagnostische Infiltrationen der Hals- und Lendenwirbelsäule spielen eine weitverbreitete Rolle in der Beurteilung degenerativer Erkrankungen. Entwicklungen in der bildgebenden Diagnostik in Verbindung mit steigender Prävalenz chronischer Wirbelsäulenbeschwerden lassen kontrollierte Infiltrationen zu einem wichtigen Teil des diagnostischen Konzepts werden. Selektive diagnostische Infiltrationen sollten röntgengestützt kontrolliert eingesetzt werden. Die Gabe von Lokalanästhestika mit unterschiedlicher Wirkdauer an dieselbe anatomische Struktur an unterschiedlichen Zeitpunkten erlaubt die Reduktion falsch positiver Befunde. Eine komplette oder partielle Schmerzreduktion stellt den diagnostischen Endpunkt des Verfahrens dar. Die Prävalenz von Facettengelenkarthralgien liegt zervikal bei 51% und lumbal bei 31%. Die Rate falsch-positive Befunde der selektiven Infiltrationen liegt bei über 40%. Diese Aspekte sind in der Beurteilung der Infiltrationsergebnisse zu berücksichtigen. Die Prävalenz von Iliosakralgelenkarthralgien liegt bei 20%. Falsch positive Befunde treten in 20% auf. Selektive diagnostische Blockaden zervikaler oder lumbaler Nervenwurzeln finden besonders bei multisegmentalen degenerativen Veränderungen und vor Operationen eine Rolle. Es besteht moderate Evidenz für eine positive Korrelation zwischen einem positiven Infiltrationsergebnis und dem Ergebnis einer dekompressiven Operation, wenngleich die Spezifizität der Wurzelblockaden gering ist. Allen diagnostischen Infiltration gemeinsam ist das Fehlen eines Goldstandards. Aufgrund des multidimensionalen Charakters von Schmerzen ist das Auftreten einer Schmerzreduktion nach der Infiltration mit gewissen Unsicherheiten behaftet, die in der Bewertung der diagnostischen Ergebnisse nicht übersehen werden sollten.... K. Wiechert (1) 27478 2017-05-02 09:50:28 Editorial: Soziale Ansteckung http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27479 M. Spitzer 27479 2017-05-02 09:50:28 Geist & Gehirn: Die Paläo-Diät http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27480 M. Spitzer 27480 2017-05-02 09:50:28 Zu diesem Heft: Schmerztherapie: Neue Impulse aus der Forschung http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27481 A. Burtscher, R. Ruscheweyh 27481 2017-05-02 09:50:28 Ambulante Behandlung chronischer Schmerzsyndrome in der Verhaltenstherapie http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27482 Es werden ambulante Möglichkeiten der verhaltenstherapeutischen Behandlung chronischer Schmerzsyndrome dargestellt. Ausgehend von dem verbreiteten Angst-Vermeidungs-Modell wird auf das Vorgehen bei Schmerzanamnese, Schmerztagebuch, Schmerzfragebogen, Schmerz-Verhaltens- und Bedingungsanalyse, Zielanalyse, Therapieplan und Therapie in der ambulanten Praxis eingegangen. Einsatz und Differenzialindikation der zahlreichen zur Verfügung stehenden kognitiv-behavioralen Interventionsmöglichkeiten (progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeitstraining, Bewegung und Sport, Schmerzexposition, Emotionsregulationstraining, Schemamodifikation) wird diskutiert. Einen zentralen Stellenwert haben Interventionen zur Verbesserung der Emotionsregulation und der Modifikation der dysfunktionalen Überlebensregel. Die Kasuistik eines Schmerz-Patienten veranschaulicht die Fallkonzeption und Therapie. S. Sulz (1), U. Gräff-Rudolph (1) 27482 2017-05-02 09:50:28 Multimodale Schmerztherapie für die Behandlung chronischer Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27483 Als interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie wird die gleichzeitige inhaltliche, zeitlich und in der Vorgehensweise aufeinander abgestimmte umfassende Behandlung von Patienten mit chronifizierten Schmerzsyndromen bezeichnet. In der Therapie sind somatische, körperlich aktivierende und übende, psychologisch aktivierende und entspannende psychotherapeutische Verfahren nach Behandlungsplan mit im interdisziplinären Team abgesprochenen Therapieziel für den Patient mit chronischen Schmerzen vertreten. Die wissenschaftliche Grundlage wird folgendermaßen definiert: Bei chronischen Schmerzen mit komplexen körperlichen, seelischen und sozialen Folgen ist eine Therapieeinheit von mindestens 100 Stunden notwendig. Unter diesen Voraussetzungen ist die multimodale Schmerztherapie anderen Therapieformen überlegen. Es besteht ein großer und wachsender Versorgungsbedarf bei Patienten mit chronischem Schmerz, für die eine unimodale, rein somatisch orientierte Behandlung nicht mehr ausreicht. Eine Identifikation dieser Patienten ergibt sich bei Zunahme von Leistungsverlust bei fehlendem therapeutischem Effekt sowie Zunahme sozialer und psychischer Auswirkungen. Diese Patienten haben Anspruch auf eine fachlich begründete multimodale interdisziplinäre Behandlung, um der Schwere des Krankheitsbildes gerecht zu werden. Des Weiteren sollte es Ziel sein, mögliche Chronifizierungswege aufzuhalten oder zu verhindern und frühzeitige Prophylaxe mit Präventivmaßnahmen zu ergreifen.... A. Burtscher (1), I. Breunig (1), M. Goetz (1), P. Hahn (1), U. Hron (1), G. Kraus (1), A. Lessmann (1), D. Reppin (1), C. Schäfer (1), I. Seibold (1) 27483 2017-05-02 09:50:28 Mechanismenbasierte Therapie neuropathischer Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27484 Neuropathische Schmerzen entstehen als direkte Folge einer Erkrankung oder Läsion des somatosensorischen Systems. In der Allgemeinbevölkerung haben sie eine Prävalenz von bis zu 10%, bei Diabetikern bis zu 30%. Typisch ist das gleichzeitige Auftreten von Plus- (Schmerz, Hyperalgesie) und Minus-Symptomen (Hypästhesie, Hypoalgesie) für thermische und/oder mechanische Reize, wobei unterschiedliche Symptomkonstellationen unabhängig von der Krankheitsätiologie auftreten. Die genaue Analyse der sensorischen Symptome erlaubt Rückschlüsse über die Mechanismen der Schmerzentstehung (z. B. periphere und zentrale Sensibilisierung, Störung endogener Schmerzhemmung), was zusammen mit Kenntnis der pharmakologischen Angriffspunkte der üblicherweise eingesetzten Medikamente (Antikonvulsiva, Antidepressiva, Opioide und topisch applizierte Wirkstoffe) eine gezieltere Pharmakotherapie ermöglicht. Einige Studien konnten einen Zusammenhang zwischen sensorischen Profil und Therapieeffekt verschiedener Medikamente nachweisen. Weitere Studien sind notwendig, um diesbezüglich leitlinienrelevante Empfehlungen für die individuelle Therapieauswahl auszusprechen.... T. Mainka (1), C. Maier (2), E. K. Enax-Krumova (3) 27484 2017-05-02 09:50:28