Nervenheilkunde Nervenheilkunde nhk de-de http://www.schattauer.de/rss.html Sat, 27 May 17 23:19:01 +0200 http://www.schattauer.de/uploads/pics/rss.jpg Fragen zum Thema „Mechanismenbasierte Therapie neuropathischer Schmerzen“ http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27487 27487 2017-05-02 09:55:33 Botulinumtoxin zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27485 Die Behandlung neuropathischer Schmerzen mit systemisch wirksamen oral verabreichten Pharmaka ist bei vielen Patienten wirksam, kann jedoch zu zentralnervösen unerwünschten Wirkungen wie Müdigkeit oder Schwindel führen. Daher sind in den letzten Jahren topische Therapien in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Botulinumtoxin, etabliert in der Therapie von Dystonien und Spastik, wurde zunehmend bei Schmerzerkrankungen getestet, hierbei ist Botulinum-Neurotoxin A der am besten untersuchte Serotyp. Die häufigsten Indikationen waren Schmerzen im Trigeminusversorgungsbereich und periphere neuropathische Schmerzen. Bei den meisten Studien war Botulinum-Neurotoxin A Placebo deutlich überlegen. Präklinische Studien zum Wirkmechanismus erbrachten die Erkenntnis, dass neben dem erwarteten peripheren Effekt sehr wahrscheinlich auch eine zentrale Reduktion der Ausschüttung von exzitatorischen Neurotransmittern an der Wirkung beteiligt ist. C. Sommer (1), N. Üçeyler (1) 27485 2017-05-02 09:50:29 CGRP als therapeutisches Ziel in der Therapie von primären Kopfschmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27486 Calcitonin gene related peptide (CGRP) übernimmt eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie von primären Kopfschmerzerkrankungen in seiner Funktion als potenter Vasodilatator und Neuromodulator. Mehrere Studien konnten eine Beteiligung von CGRP bei der Migräne und beim Clusterkopfschmerz nachweisen, der genaue Wirkmechanismus ist jedoch noch unklar. Die in der Migränetherapie zur Verfügung stehenden Akutmedikamente wie Triptane und die zur Migräneprophylaxe eingesetzten Medikamente sind bei vielen Patienten nicht ausreichend wirksam oder sind durch ihre Nebenwirkungen bzw. Kontraindikationen limitiert. Neue Therapiemöglichkeiten könnten Medikamente sein, die direkt in die durch CGRP vermittelten Mechanismen eingreifen. Derzeit befinden sich in der klinischen Entwicklung zur Akuttherapie der Migräne die CGRP-Rezeptorantagonisten, die sogenannten Gepante. Deren Anwendung könnte jedoch aufgrund von einer eventuellen Lebertoxizität limitiert sein. Die Effektivität der CGRP oder CGRP-Rezeptor blockierenden monoklonalen Antikörper in der Prophylaxe der Migräne wurde in mehreren klinischen Studien untersucht. Diese Substanzen könnten vielversprechende neue Optionen in der Migränetherapie darstellen. In diesem Artikel werden die pathophysiologischen und klinischen Grundlagen einer Beteiligung von CGRP im Mechanismus von primären Kopfschmerzen dargestellt, die akutellen Daten zur Effektivität der genannten Substanzen aufgeführt und mögliche Nebenwirkungen einer Langzeitblockade des CGRP-Systems diskutiert.... L. Neeb (1), U. Reuter (1), H. Israel (1) 27486 2017-05-02 09:50:29 Medizinische Begutachtung unter besonderer Berücksichtigung von Schmerz http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27476 Eine Begutachtung unter besonderer Berücksichtigung von Schmerz kann nicht schematisch erfolgen. Sie muss stets auf den Einzelfall ausgerichtet sein und die gesamte biografische Anamnese mit einbeziehen, z. B. die Therapiemaßnahmen und deren Ergebnis, Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten sind so genau wie möglich zu ermitteln. Weiterhin ist eine Beurteilung des Schweregrades zur Störung ebenso durchzuführen, wie eine Abgrenzung gegenüber Aggravation und Simulation. Nachvollziehbar und unter Berücksichtigung geeigneter Instrumente ist die Überprüfung der Konsistenz vorzunehmen, die Diagnosen sind unter Berücksichtigung geltender ICD-Kriterien und Kodierungshilfen zu ermitteln. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Erkrankungen der Stütz- und Bewegungsorgane sehr häufig mit psychischen Komorbiditäten einhergehen, diese gilt es zu erfassen. Darüber hinaus sind Erkrankungen der seelischen Gesundheit, die mit Schmerzen einhergehen, ebenfalls von höchster Relevanz für das Fachgebiet der Orthopädie und Unfallchirurgie und deren Begutachtung, hier sind es vor allen Dingen die somatoformen Störungen und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind.... S. Middeldorf (1) 27476 2017-05-02 09:50:28 Schmerzen bei Patienten mit chronischen Bewusstseinsstörungen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27477 Es gelang durch eine Reihe von Forschungsarbeiten die wenig verstandene und teilweise ignorierte Problematik von Schmerzen bei bewusstseinsgestörten Patienten ein Stück weit zu erhellen. Funktionelle Bildgebungsstudien zeigen, dass die früher definitionsgemäß erwartete vollkommende Unfähigkeit Schmerzen zu empfinden für Patienten mit einem Syndrom reaktionsloser Wachheit nicht generell zutrifft. Die Nociception Coma Scale versucht, die Schmerzwahrnehmung bewusstseinsgestörter Patienten zu objektivieren und deren Schmerztherapie zu verbessern. Allerdings kann diese Skala nur ansatzweise die Frage nach einer tatsächlich erhaltenen Schmerzwahrnehmung beantworten. Schmerztherapie sollte auch Patienten ohne äußere Anzeichen für Bewusstsein nicht vorenthalten werden. Allerdings muss die Sinnhaftigkeit einer solchen Therapie immer gut hinterfragt werden, um Nebenwirkungen der Medikation und Behinderung von Rehabilitationsfortschritten durch Sedierung zu vermeiden. Spastik stellt eine häufige potenzielle Schmerzursache bei schwer betroffenen neurologischen Patienten dar. Neben intrathekalem Baclofen bietet die Botulinumtoxininjektion eine relativ nebenwirkungsarme und wirkungsvolle Therapiealternative.... D. Vogel (1), F. Müller (1) 27477 2017-05-02 09:50:28 Stellenwert bildwandlergestützter Infiltrationen bei der Diagnostik degenerativer... http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27478 Selektive diagnostische Infiltrationen der Hals- und Lendenwirbelsäule spielen eine weitverbreitete Rolle in der Beurteilung degenerativer Erkrankungen. Entwicklungen in der bildgebenden Diagnostik in Verbindung mit steigender Prävalenz chronischer Wirbelsäulenbeschwerden lassen kontrollierte Infiltrationen zu einem wichtigen Teil des diagnostischen Konzepts werden. Selektive diagnostische Infiltrationen sollten röntgengestützt kontrolliert eingesetzt werden. Die Gabe von Lokalanästhestika mit unterschiedlicher Wirkdauer an dieselbe anatomische Struktur an unterschiedlichen Zeitpunkten erlaubt die Reduktion falsch positiver Befunde. Eine komplette oder partielle Schmerzreduktion stellt den diagnostischen Endpunkt des Verfahrens dar. Die Prävalenz von Facettengelenkarthralgien liegt zervikal bei 51% und lumbal bei 31%. Die Rate falsch-positive Befunde der selektiven Infiltrationen liegt bei über 40%. Diese Aspekte sind in der Beurteilung der Infiltrationsergebnisse zu berücksichtigen. Die Prävalenz von Iliosakralgelenkarthralgien liegt bei 20%. Falsch positive Befunde treten in 20% auf. Selektive diagnostische Blockaden zervikaler oder lumbaler Nervenwurzeln finden besonders bei multisegmentalen degenerativen Veränderungen und vor Operationen eine Rolle. Es besteht moderate Evidenz für eine positive Korrelation zwischen einem positiven Infiltrationsergebnis und dem Ergebnis einer dekompressiven Operation, wenngleich die Spezifizität der Wurzelblockaden gering ist. Allen diagnostischen Infiltration gemeinsam ist das Fehlen eines Goldstandards. Aufgrund des multidimensionalen Charakters von Schmerzen ist das Auftreten einer Schmerzreduktion nach der Infiltration mit gewissen Unsicherheiten behaftet, die in der Bewertung der diagnostischen Ergebnisse nicht übersehen werden sollten.... K. Wiechert (1) 27478 2017-05-02 09:50:28 Editorial: Soziale Ansteckung http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27479 M. Spitzer 27479 2017-05-02 09:50:28 Geist & Gehirn: Die Paläo-Diät http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27480 M. Spitzer 27480 2017-05-02 09:50:28 Zu diesem Heft: Schmerztherapie: Neue Impulse aus der Forschung http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27481 A. Burtscher, R. Ruscheweyh 27481 2017-05-02 09:50:28 Ambulante Behandlung chronischer Schmerzsyndrome in der Verhaltenstherapie http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27482 Es werden ambulante Möglichkeiten der verhaltenstherapeutischen Behandlung chronischer Schmerzsyndrome dargestellt. Ausgehend von dem verbreiteten Angst-Vermeidungs-Modell wird auf das Vorgehen bei Schmerzanamnese, Schmerztagebuch, Schmerzfragebogen, Schmerz-Verhaltens- und Bedingungsanalyse, Zielanalyse, Therapieplan und Therapie in der ambulanten Praxis eingegangen. Einsatz und Differenzialindikation der zahlreichen zur Verfügung stehenden kognitiv-behavioralen Interventionsmöglichkeiten (progressive Muskelrelaxation, Achtsamkeitstraining, Bewegung und Sport, Schmerzexposition, Emotionsregulationstraining, Schemamodifikation) wird diskutiert. Einen zentralen Stellenwert haben Interventionen zur Verbesserung der Emotionsregulation und der Modifikation der dysfunktionalen Überlebensregel. Die Kasuistik eines Schmerz-Patienten veranschaulicht die Fallkonzeption und Therapie. S. Sulz (1), U. Gräff-Rudolph (1) 27482 2017-05-02 09:50:28 Multimodale Schmerztherapie für die Behandlung chronischer Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27483 Als interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie wird die gleichzeitige inhaltliche, zeitlich und in der Vorgehensweise aufeinander abgestimmte umfassende Behandlung von Patienten mit chronifizierten Schmerzsyndromen bezeichnet. In der Therapie sind somatische, körperlich aktivierende und übende, psychologisch aktivierende und entspannende psychotherapeutische Verfahren nach Behandlungsplan mit im interdisziplinären Team abgesprochenen Therapieziel für den Patient mit chronischen Schmerzen vertreten. Die wissenschaftliche Grundlage wird folgendermaßen definiert: Bei chronischen Schmerzen mit komplexen körperlichen, seelischen und sozialen Folgen ist eine Therapieeinheit von mindestens 100 Stunden notwendig. Unter diesen Voraussetzungen ist die multimodale Schmerztherapie anderen Therapieformen überlegen. Es besteht ein großer und wachsender Versorgungsbedarf bei Patienten mit chronischem Schmerz, für die eine unimodale, rein somatisch orientierte Behandlung nicht mehr ausreicht. Eine Identifikation dieser Patienten ergibt sich bei Zunahme von Leistungsverlust bei fehlendem therapeutischem Effekt sowie Zunahme sozialer und psychischer Auswirkungen. Diese Patienten haben Anspruch auf eine fachlich begründete multimodale interdisziplinäre Behandlung, um der Schwere des Krankheitsbildes gerecht zu werden. Des Weiteren sollte es Ziel sein, mögliche Chronifizierungswege aufzuhalten oder zu verhindern und frühzeitige Prophylaxe mit Präventivmaßnahmen zu ergreifen.... A. Burtscher (1), I. Breunig (1), M. Goetz (1), P. Hahn (1), U. Hron (1), G. Kraus (1), A. Lessmann (1), D. Reppin (1), C. Schäfer (1), I. Seibold (1) 27483 2017-05-02 09:50:28 Mechanismenbasierte Therapie neuropathischer Schmerzen http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27484 Neuropathische Schmerzen entstehen als direkte Folge einer Erkrankung oder Läsion des somatosensorischen Systems. In der Allgemeinbevölkerung haben sie eine Prävalenz von bis zu 10%, bei Diabetikern bis zu 30%. Typisch ist das gleichzeitige Auftreten von Plus- (Schmerz, Hyperalgesie) und Minus-Symptomen (Hypästhesie, Hypoalgesie) für thermische und/oder mechanische Reize, wobei unterschiedliche Symptomkonstellationen unabhängig von der Krankheitsätiologie auftreten. Die genaue Analyse der sensorischen Symptome erlaubt Rückschlüsse über die Mechanismen der Schmerzentstehung (z. B. periphere und zentrale Sensibilisierung, Störung endogener Schmerzhemmung), was zusammen mit Kenntnis der pharmakologischen Angriffspunkte der üblicherweise eingesetzten Medikamente (Antikonvulsiva, Antidepressiva, Opioide und topisch applizierte Wirkstoffe) eine gezieltere Pharmakotherapie ermöglicht. Einige Studien konnten einen Zusammenhang zwischen sensorischen Profil und Therapieeffekt verschiedener Medikamente nachweisen. Weitere Studien sind notwendig, um diesbezüglich leitlinienrelevante Empfehlungen für die individuelle Therapieauswahl auszusprechen.... T. Mainka (1), C. Maier (2), E. K. Enax-Krumova (3) 27484 2017-05-02 09:50:28 Resilienz, Ressourcen, Bewältigung http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27475 Chronischer Schmerz ist in der Psychologie seit rund 50 Jahren Gegenstand vertiefter wissenschaftlicher Beschäftigung: Grundlagenwissenschaftlich gilt als Startpunkt die Arbeit zur Gate-Control-Theorie im Jahr 1965 (3), anwendungsorientiert die Monografie Pain and Behavioral Medicine, 1983 (6). Auch wenn Schmerz durch psychologische Maßnahmen nicht vollends verschwindet, so sind doch wirksame Möglichkeiten bekannt, diesen substanziell in den Hintergrund zu rücken, das Leiden zu reduzieren, einen gut adaptierten Lebensvollzug wiederherzustellen. Der Resilienz-(R-)begriff entstammt der Entwicklungspsychologie und liefert für die vorliegende Thematik wertvolle Beiträge. Heutige R-Forscher betonen die Förderung von R. Dies geschieht durch wiederholte Auseinandersetzung mit Herausforderungen – hier Schmerz –, im Rahmen derer neue Fähigkeiten erworben und Belastungen gemeistert werden. Ein Assimilationsmodus (AS) ist von einem Akkommodationsmodus (AK) zu unterscheiden. AS beinhaltet die Kompensation eines verlorenen Standards durch Übungen, Techniken, Training, systematische Praxis, während AK gedanklich-emotionales Umbewerten, Akzeptanz und Relativieren früherer Standards zum Ziel hat. Gut kompatibel mit R ist der Ressourcenansatz der klinischen Psychologie. Hier werden Aktiva, Positiva und Stärken der Person fokussiert und der Defizitansatz der herkömmlichen Psychotherapie ergänzt. Mit dem Ressourcenansatz einher geht Psychotherapie bei Schmerz, wohingegen Bewältigung (Coping) eher assimilativ auf Training und Pain-Management orientiert ist. Schmerzbewältigungstrainings (ambulant, stationär) mit einer Reihe von verhaltens-, kognitiven, emotions- und körper-/bewegungsorientierten Verfahren werden abschließend erläutert.... E. Geissner (1, 2) 27475 2017-05-02 09:50:27 Editorial: Digital 0.0 http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27363 M. Spitzer 27363 2017-03-28 15:01:09 Geist & Gehirn: „Du machst mich krank!“ http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27364 M. Spitzer 27364 2017-03-28 15:01:09 Zu diesem Heft: Suizidales Verhalten: Einblicke in eine „Black Box“ http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27365 W. P. Kaschka 27365 2017-03-28 15:01:09 Pädophilie – Das Präventionsprojekt „kein täter werden“ am Standort Ulm http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27366 Das Projekt „kein täter werden“ (ktw) wurde am Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Berliner Charité ins Leben gerufen. Seit 2014 existiert in Ulm der südlichste Standort als Ableger des Projektes. Ziel des Standortes ist es, auch im südlichen Raum, Personen mit pädophilen beziehungsweise hebephilen Neigungen therapeutische Hilfe anzubieten, um mit der sexuellen Präferenz leben und besser zurecht kommen zu lernen, und so der Gefahr sexueller Übergriffe an Kindern zu begegnen. Seit der Eröffnung erfolgten zahlreiche Kontaktaufnahmen durch Betroffene, Angehörige und sonstige Interessierte, welche beraten und informiert wurden. Darüber hinaus wurden Diagnostiktermine vergeben, therapeutische Empfehlungen gegeben und bei Passung in einzel- oder gruppentherapeutische Angebote integriert. Nach zwei Jahren werden die ersten Ergebnisse dieser Arbeit vorgestellt. E. Quendler (1), M. Kempf (1), J. Schreijäg (1), H. Gündel (1) 27366 2017-03-28 15:01:09 Die Einschätzung des Suizidrisikos http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27357 Bei weltweit jährlich annähernd einer Million Todesfällen durch Suizid stellt suizidales Verhalten eine der größten Herausforderungen an die öffentlichen Gesundheitssysteme moderner Gesellschaften dar. Unter präventiven Gesichtspunkten kommt deshalb der Einschätzung des individuellen Suizidrisikos zu beliebigen Zeitpunkten erhebliche Bedeutung zu. Der vorliegende Beitrag gibt eine Übersicht über die enorme Komplexität dieses Problems, das nicht befriedigend gelöst wurde, und zeigt auf, dass ein integrierter Ansatz, der nicht nur klinische und psychosoziale, sondern auch aktuelle neurobiologische Erkenntnisse berücksichtigt, sich als vielversprechend erweist und Fortschritte – auch in präventiver Hinsicht – erwarten lässt. W. P. Kaschka (1), M. Jandl (2), J. Steyer (3), S. Hodgkinson (1) 27357 2017-03-28 15:01:08 Aspekte der Genetik, Epigenetik und Gen-Umwelt-Interaktion bei suizidalem Verhalten http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27358 Suizidalem Verhalten liegt ein komplexes Zusammenspiel von vielen Faktoren zugrunde. Es wirken unterschiedliche Risiken zusammen, wie psychiatrische Erkrankungen, Persönlichkeitsparameter (z. B. Aggression, Impulsivität, Neurotizismus), schwere Kindheitstraumata, chronische Erkrankungen, soziale Faktoren (z. B. Arbeitslosigkeit, fehlendes soziales Netz, traumatische Lebensereignisse), kognitive Flexibilität sowie neurobiologische und genetische Faktoren. Dabei fungieren die letzteren im Sinne prädisponierender Risikofaktoren in Wechselwirkung mit Umweltfaktoren. Im Folgenden sollen die konsistentesten genetischen Befunde zusammengefasst werden. Insbesondere wird auf die familiäre Häufung suizidalen Verhaltens sowie auf die geschätzte Heritabilität von ca. 40–55% eingegangen. Darüber hinaus werden Kandidatengenstudien insbesondere aus dem Feld des serotonergen Systems vorgestellt, neuere genomweite Assoziationsstudien diskutiert sowie Gen-Umwelt-Analysen und epigenetische Ansätze beleuchtet.... I. Giegling (1), D. Rujescu (1) 27358 2017-03-28 15:01:08 Suizidalität im Kindes- und Jugendalter http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27359 Suizidales Verhalten hat einen ersten Häufigkeitsgipfel in der Adoleszenz. Trotz der im Vergleich zum Erwachsenenalter geringeren Suizidprävalenz, werden Suizidgedanken von etwa einem Drittel und Suizidversuche von 6–9% der Jugendlichen in Deutschland beschrieben. Risikofaktoren mit besonderer Relevanz für das Jugendalter umfassen Mobbing, psychische Erkrankungen, familiäre Konflikte, Konflikte in romantischen Liebesbeziehungen und nicht suizidales Selbstverletzendes Verhalten. In der Psychotherapie ist in dieser Altersgruppe vor allem der Einbezug des familiären Umfelds essenziell, während keine Evidenz für eine spezifische psychopharmakologische Behandlung suizidalen Verhaltens existiert. Die Wirksamkeit suizidpräventiver Maßnahmen im Jugendalter konnte auf verschiedenen Ebenen demonstriert werden. P. L. Plener (1), R. C. Groschwitz (1), N. D. Kapusta (2) 27359 2017-03-28 15:01:08 Understanding Suicide Terrorism http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27360 As a terror tactic, suicide terrorism is one of the most lethal as it relies on a human being to deliver and detonate the device. Suicide terrorism is not confined to a single region or religion. On the contrary, it has a global appeal, and in countries such as Syria, Iraq, Afghanistan, and Pakistan it has come to represent an almost daily reality as it has become the weapon of choice for some of the most dreaded terrorist organizations in the world, such as ISIS and al-Qaeda. Drawing on over two decades of extensive field research in five distinct world regions, specifically the Middle East, Western Europe, North America, Russia, and the Balkans, the author discusses the origins of modern day suicide terrorism, motivational factors behind suicide terrorism, its global migration, and its appeal to modern-day terrorist groups to embrace it as a tactic. A. Speckhard (1) 27360 2017-03-28 15:01:08 Suizidales Verhalten aus anthropologischer Sicht http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27361 Einleitung: Die Literatur der letzten Jahrzehnte über Suizid und suizidales Verhalten war vorwiegend geprägt von psychiatrischen Forschungsergebnissen zu Epidemiologie, klinischen Fragen sowie präventiven Maßnahmen. Ergebnisse aus der humanistischen Forschung könnten aber eine Befruchtung der Reflexion über die anthropologische Bedeutung des Suizids leisten. Fragestellung und Methode: Es wird der Frage nachgegangen, ob zwischen einem philosophischen und einem medizinischen Paradigma des Suizids eine Ausschließlichkeit besteht oder aber eine Vereinbarkeit realisierbar ist. Dabei werden verschiedene Quellen als Ausgangspunkt für die Formulierung des jeweils psychiatrischen und philosophischen Paradigmas erörtert. Eine anthropologische Position wird als Kompromissfindung exploriert. Exkurs über die Auseinandersetzung mit der Legitimation eines ärztlich assistierten Suizids. Ergebnisse: Es lässt sich eine strenge wie auch eine moderate Position innerhalb beider Paradigmen formulieren. Eine Vereinbarkeit erfolgt über das Konzept des Menschenbildes, bestehend aus fünf Dimensionen. Die Formulierung von fünf bei Arzt, Patient und Gesellschaft symmetrischen Gefühlen (Angst, Wut, Hilflosigkeit, Ambivalenz und Macht) könnten die Frage der Bedeutung der therapeutischen Beziehung im Umgang mit suizidgefährdeten Menschen, als eingebettet im Konzept des Menschenbildes, erhellen. Diskussion: Das psychiatrisch-medizinische Paradigma hat seine Berechtigung auf der ethisch unausweichlichen Handlungsebene, während das philosophische Paradigma hilfreich wird in der Reflexion über tragische Suizidkonstellationen, also abgekoppelt von durch Ungewissheit geprägten Handlungskonstellationen. Eine medizinanthropologische Position vermag über das Konzept des Menschenbildes und der therapeutischen Beziehung beide Paradigmen auf der Handlungsebene einigermaßen zu einer Kongruenz zu bringen. Die Frage der Legitimation von assistiertem Suizid verweist auf die Notwendigkeit von ärztlichen Antworten über das kurative Selbstverständnis der Ärzteschaft hinaus.... J. Valdés-Stauber (1) 27361 2017-03-28 15:01:08 Neuropsychological Correlates of Suicidal Behavior http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27362 Cognitive theories of suicidal behavior postulate that the behavior of a suicidal individual stems from their irrational thoughts about negative and unpleasant events. Cognitive neuropsychology aims to understand how these (aberrant) cognitive processes relate to areas of the brain responsible for memory, speech, pattern recognition and problem-solving. Several neuropsychological correlates of suicidal behavior have been identified and a battery of neuropsychological tests have been used to compare individuals exhibiting suicidal behavior with those that do not. Drawing on the available research literature, we ask whether suicidal behavior has a distinct neuropsychological ’signature’ and if so, what this signature tells us about its aetiology. S. Hodgkinson (1), M. Jandl (2), W. P. Kaschka (1, 3) 27362 2017-03-28 15:01:08 Spezielle psychopharmakologische Therapie und Prophylaxe http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27356 Suizidales Verhalten stellt ein häufiges Phänomen bei psychiatrischen Erkrankungen dar. Insbesondere Patienten mit affektiven Störungen haben ein erhöhtes Suizidrisiko. Die leitliniengerechte Versorgung affektiver Störungen ist für Ärzte, Pfleger, Psychologen und andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen hochanspruchsvoll und bedarf pharmakotherapeutischer, psychotherapeutischer und pflegerischer Expertise sowie eines hohen Maßes an Empathie. Generell verfügen wir über pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten, die effektiv in der Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden können, mindestens genauso bedeutsam sind auch psychotherapeutische und soziotherapeutische Behandlungsansätze. In den letzten Jahren konnte eine andauernde Debatte über den potenziellen Einfluss antidepressiver Medikation auf Suizidalität verfolgt werden. Hierbei zeigte sich eine mangelnde Evidenz für die suizidprotektive Wirkung von Antidepressiva. Mögliche Gründe dafür liegen in methodischen Schwierigkeiten, dies zu untersuchen. Seit den frühen 1970er-Jahren haben eine große Anzahl von Studien einen suizidprotektiven Effekt von Lithium nachgewiesen. Für die Behandlung von schizophrenen Erkrankungen konnte ein solcher Effekt für Clozapin aufgezeigt werden. Der folgende Artikel gibt einen Überblick über den aktuellen Wissenstand bezüglich psychopharmakologischer Behandlungsmöglichkeiten von suizidalen Patienten.... U. Lewitzka (1), R. Haussmann (1), M. Bauer (1), J. Conell (1) 27356 2017-03-28 15:01:06 Fragen zum Thema „Spezielle psychopharmakologische Therapie und Prophylaxe“ http://www.schattauer.de/t3page/1214.html?manuscript=27355 27355 2017-03-28 14:51:13