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Radioaktivität mit dem Smartphone messen

Zeitschrift: Nuklearmedizin
ISSN: 0029-5566
Thema:

Kongressausgabe
51. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin Bremen 2013

DOI: http://dx.doi.org/10.3413/Nukmed-0526-12-08
Ausgabe: 2013 (Vol. 52): Heft 2 2013 (51-70)
Seiten: 64-70

Radioaktivität mit dem Smartphone messen

H. Hartmann (1), R. Freudenberg (1), M. Andreeff (1), J. Kotzerke (1)

(1) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden

Stichworte

Radioaktivität, Smartphone

Zusammenfassung

Das Interesse am Nachweis von radioaktiven Stoffen hat nach dem jüngsten Unfall im Kernkraftwerk Fukushima stark zugenommen und zu einem Engpass bei entsprechenden Messgeräten geführt. Für den Einsatz des Kamerasystems von Smartphones zum Strahlungsnachweis existiert eine kommerzielle Software, welche die Nutzung als Dosisleistungsmessgerät unter Verwendung gerätespezifischer Kalibrierdaten erlaubt. Ziel: Wir untersuchten, ob die Anwendung für in der Nuklearmedizin übliche Nuklide und Radioaktivitätsmengen möglich ist. Methodik: Für die Nuklide 99mTc (10–1000 MBq), 131I (3,7–1800 MBq, Therapiekapsel) und 68Ga (50–600 MBq) wurden Messungen in definierter Geometrie in verschiedenen Abständen durchgeführt. Die Smartphones Milestone Droid 1 (Motorola) und HTC Desire (HTC Corporation) wurden mit den Messgeräten AD6 (automess) und DoseGUARD (AEA Technology) verglichen. Ergebnisse: Die Messwerte der Smartphones und der anderen Geräte sind gut miteinander vergleichbar: linearer Signalanstieg bei zunehmender Aktivität und Dosisleistung. Langzeitmessungen (131I, 729 MBq, 0,5 m, 60 min) ergaben bei Smartphones Werte, die um 20% schwankten im Vergleich zu AD6. Smartphones haben im Bereich niedriger Dosisleistung (< 1 µGy/h) deutliche Empfindlichkeitsverluste. Messungen im Bereich der natürlichen Radioaktivität ergaben keine validen Anzeigewerte. Die individuelle Kalibrierung der Empfindlichkeit auf den Smartphonetyp übt großen Einfluss auf die Messwertanzeige aus wegen der unterschiedlichen Kameramodule. Schlussfolgerungen: Mit Hilfe kommerzieller Software lässt sich das Kameramodul eines Smartphones zum Radioaktivitätsnachweis nutzen. Typische Nuklide der Nuklearmedizin können in relevanten Aktivitätsmengen (z. B. Entlassungdosis nach Radioiodtherapie) sicher nachgewiesen werden. Das Signal korreliert mit den Messwerten klassischer Strahlungsdetektionsgeräte in hohem Maße.