Mammakarzinom als Zufallsbefund in der 68Ga-DOTATOCPET/ CT bei Patientinnen mit neuroendokrinen Tumoren
F. Elgeti1; H. Amthauer2; T. Denecke1; I. Steffen1; F. Heuck3; L. Stelter1; J. Ruf1
1Klinik für Strahlenheilkunde, CharitéCentrum 06 für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin; 3Medizinische Klinik m.S. Hepatologie und Gastroenterologie, CharitéCentrum 13 für Innere Medizin mit Kardio-, Gastroentero-, Nephrologie; 1,3Campus Virchow-Klinikum, Berlin; 2Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Magdeburg; Germany
Zusammenfassung
Ziel: Die Somatostatinrezeptor(sstr)-Bildgebung mittels 68Ga-DOTATOC-PET/CT für die Diagnostik neuroendokriner Tumoren (NET) ist vielversprechend. Nicht zuletzt wird eine sensitivere Detektion von Läsionen mit einer niedrigen sstr- Expression impliziert. Dies ist auch für andere rezeptorpositive Tumoren (z. B. Mammakarzinom) von Interesse, da dessen Inzidenz eine ähnliche Altersverteilung wie NET aufweist. Patientinnen, Methoden: Die PET/CT-Daten von 33 NET-Patientinnen (Lebensalter: 33–78 Jahre, mittel 59), welche ein Ganzkörperstaging mittels Ga-68-DOTATOC erhalten hatten, wurde retrospektiv bezüglich Brustläsionen ausgewertet. Die akquirierten CT- und PET-Datensätze wurden separat, im Vergleich und als fusionierte Bilddaten ausgewertet. Bei Herdbefunden in der Brust wurde deren SUVmax bestimmt und im Verhältnis zum Traceruptake im regulären Brustgewebe aller Patientinnen mittels Wilcoxons Rangsummentest analysiert. Ergebnisse: Bei sechs von 33 Patientinnen (18%) wurden in der CT Brustläsionen detektiert, die in vier Fällen (12%) nach CT-Kriterien als verdächtig eingestuft wurden. Die vier suspekten Befunde hatten in der PET sowohl visuell als auch semiquantitativ (p<0.01) eine pathologische Tracerspeicherung. Nach Reevaluation der Patientinnen wurden bioptisch je zwei Fälle mit NETMetastasen und Mammakarzinom diagnostiziert. Die Tracerspeicherung des Mammakazinoms war visuell geringer als diejenige abdomineller NET-Läsionen in diesen Patientinnen. Infolge der inzidentellen Detektion von Mammakarzinomen musste das Therapieschema der betroffenen zwei Patientinnen angepasst werden. Schlussfolgerung: 68Ga- DOTATOC-PET/CT verbessert das Staging von NET-Patienten und erhöht auch die Wahrscheinlichkeit der inzidentellen Detektion von sstr-positiven Mammakarzinomen. Obwohl diese Läsionen eine deutlich niedrigere Tracerspeicherung als NET aufweisen können, sollten sie nicht übersehen oder fehlinterpretiert werden. Stattdessen ist eine dezidierte Abklärung mittels weiterer Bildgebung und bioptischer Sicherung erforderlich, da die Diagnose eines Zweitmalignoms die weitere Therapiemaßnahmen stark beeinflussen kann. Stichworte
Mammakarzinom, PET/CT, Somatostatinrezeptor-Szintigraphie, neuroendokrine Tumoren
DOI
http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0185