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Modellierung der Radioimmuntherapie mit anti-CD45-Antikörpern zur Verbesserung der Biodistribution

Zeitschrift: Nuklearmedizin
ISSN: 0029-5566
Thema:

inkl. Abstracts des 10. Jahreskongress der SGNM (SSNM) Genf 2009

DOI: http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0178
Ausgabe: 2009 (Vol. 48): Heft 3 2009 (79-126)
Seiten: 113-119

Modellierung der Radioimmuntherapie mit anti-CD45-Antikörpern zur Verbesserung der Biodistribution

F. J. Kiraly (1), P. Kletting (1), S. Reske (1), G. Glatting (1)
(1) Klinik für Nuklearmedizin, Universität Ulm, Germany

Stichworte

Biodistribution, Anti-CD45, Absättigung, Kompartiment-Modell, numerische Simulation

Zusammenfassung

Die Radioimmuntherapie (RIT) erlaubt die selektive Bestrahlung maligner hämatologischer Zellen durch Adressierung spezifischer Antigene. Ein Ansatz zur Verbesserung der Bioverteilung ist die vorherige Gabe von unmarkiertem Antikörper. Ziel war es, ein Modell für die pharmakokinetische Bioverteilung von markierten und unmarkierten monoklonalen anti-CD45-Antikörpern zu entwickeln, um die Abhängigkeit der Biodistribution von den Mengen verabreichter unmarkierter Antikörper und vom Zeitraum zwischen der Verabreichung markierter und unmarkierter Antikörper zu beschreiben. Solch ein Modell kann zur Verbesserung der RIT mit anti-CD45-Antikörpern eingesetzt werden. Methoden: Ein nichtlineares Kompartiment-Modell wurde entwickelt. Die Reaktionskonstanten, organspezifischen Flusskonstanten, Antigenkonzentrationen und Verteilungsvolumina wurden aus der Literatur übernommen. Die Verweildauern wurden in Abhängigkeit von verabreichten markierten und unmarkierten Antikörpern und dem Zeitraum zwischen ihrer Verabreichung untersucht. Ergebnisse: Das Modell kann den so genannten Preload-Effekt beschreiben. Die Biodistribution markierter und unmarkierter Antikörper ist abhängig vom organspezifischen Blutfluss und der Antigenexpression. Das Verhältnis der Verweildauern von Knochenmark und Leber wird bei Verabreichung einer für die Sättigung der konkurrierenden Antikörper-bindenden Organe ausreichenden Menge an unmarkierten Antikörpern und einer um eine Stunde verzögerten Applikation markierter Antikörper optimal. Schlussfolgerungen: Das entwickelte Modell kann qualitativ beschreiben, wie eine vorhergehende Verabreichung unmarkierter Antikörper die Selektivität der Radioimmuntherapie mit anti-CD45-Antikörpern aufgrund der verschiedenen Blutflüsse und Antigenmengen in den akkumulierenden Organen erhöht. Auch der optimale Zeitraum zwischen der Verabreichung kalter und heißer Antikörper ist durch Simulationen bestimmbar. Für weitere Analysen, d. h. um Patientendaten an das Modell anzupassen, müssen noch Abbau und Ausscheidung in das Modell integriert werden.

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