Anzeige

Einfluss der mittleren Betaenergie und der intrazellulären Radionuklidaufnahme auf die Zellschädigung in vitro

Zeitschrift:Nuklearmedizin
ISSN:0029-5566
DOI:http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0253
Ausgabe:2009 (Vol. 48): Heft 5 2009 (179-214)
Seiten:208-214

Einfluss der mittleren Betaenergie und der intrazellulären Radionuklidaufnahme auf die Zellschädigung in vitro

M. Wendisch (1), J. Drechsel (1), R. Freudenberg (2), R. Runge (1), G. Wunderlich (2), J. Kotzerke (2)

(1) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Germany; (2) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden

Zusammenfassung

Ziel: Die Zellschädigung durch ionisierende Strahlung wird durch die absorbierte Dosis, strahlenphysikalische Eigenschaften (z. B. LET) sowie die intrazelluläre Radionuklidlokalisation beeinflusst. An der Schilddrüsenzelle PC Cl3 sollte der Einfluss zweier Betastrahler (188Re und 131I) mit unterschiedlicher mittlerer Betaenergie sowie der Einfluss der intrazellulären Akkumulation auf das Ausmaß des DNA-Schadens untersucht werden. Methoden: Die PCCl3-Zellen wurden in An- bzw. Abwesenheit von Perchlorat mit 188Re und 131I inkubiert. Im Komet-Assay wurde die Höhe des initialen DNA-Schadens an Hand des OTM(olive tail moment) quantifiziert. Das klonogene Zellüberleben wurde mit dem Koloniebildungstest durch Bestimmung der Überlebensfraktion ermittelt. Parallel zu allen Versuchen wurde die intrazelluläre Radionuklidaufnahme durch Uptake-Experimente gemessen. Ergebnisse: Dosis/Wirkungskurven für die Bestrahlung mit 188Re und 131I unter variabler extra- und intrazellulärer Verteilung der Radioaktivität wurden erstellt. Bei Inkubation mit Perchlorat waren initialer Schaden und klonogenes Überleben für 131I und 188Re vergleichbar. Ohne Perchlorat wurden zwischen 1,39% (131I) und 4,14% (188Re) der inkubierten Aktivität intrazellulär nachgewiesen, was die Radiotoxizität etwa verdoppelte. Trotz des geringeren Uptakes von 131I gegenüber 188Re konnte ein höheres OTM und eine geringere Überlebensfraktion nachgewiesen werden. Schlussfolgerungen: Der im Vergleich zu 188Re niederenergetischere Betastrahler 131I hat einen höheren LET und verursachte im Vergleich zu 188Re trotz geringerer intrazellulärer Konzentration höhere DNA-Schäden. Die höhere Radiotoxizität von 131I könnte mit einem höheren Dosiseintrag durch die Nachbarzellbestrahlung erklärt werden.

Stichworte

131I, 188Re, Komet-Assay, Koloniebildungstest, intrazelluläre Radionuklidaufnahme, PCCl3

DOI

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0253

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.

M. Wendisch (1), R. Freudenberg (1), J. Drechsel (1), R. Runge (1), G. Wunderlich (1), J. Kotzerke (1)

Nuklearmedizin 2010 49 4: 154-160

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0300

2.

R. Runge (1), M. Wendisch (1), G. Wunderlich (1), R. Freudenberg (1), J. Kotzerke (1)

Nuklearmedizin 2009 48 6: 221-226

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0262

3.

L. Oehme1, W. Dörr2, P. Wust3, J. Kotzerke1

Nuklearmedizin 2008 47 5: 205-209

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0151



Artikel

Sie haben 74 Artikel in ihrem Warenkorb.

Nuklearmedizin-Preis 2011 verliehen

Der Schattauer Verlag verlieh Dr. Carsten Kobe (Köln) im Rahmen der Jahrestagung NuklearMedizin...

Nuklearmedizin-Preis 2011 für Dr. Carsten Kobe

Im Rahmen der DGN-Jahrestagung wurde erstmalig der Nuklearmedizin-Preis 2011 verliehen. Univ.-Prof....

Volltextinhalte exklusiv für Abonnenten

Ab dem 1. Juli 2010 stehen die Volltext-Inhalte der "Nuklearmedizin" exklusiv für...