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99mTc reduziert nach intrazellulärer Aufnahme in NIS-positiven Zellen in vitro das klonogene Überleben stärker als 131I

Zeitschrift:Nuklearmedizin
ISSN:0029-5566
DOI:http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0300
Ausgabe:2010 (Vol. 49): Heft 4 2010 (125–172)
Seiten:154-160

99mTc reduziert nach intrazellulärer Aufnahme in NIS-positiven Zellen in vitro das klonogene Überleben stärker als 131I

M. Wendisch (1), R. Freudenberg (1), J. Drechsel (1), R. Runge (1), G. Wunderlich (1), J. Kotzerke (1)

(1) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden, Germany

Zusammenfassung

Ziel: Neben der Gammastrahlung von 140 keV sendet 99mTc beim Übergang zu 99Tc auch Elektronen geringer Energie und geringer Reichweite aus. Diese Auger-Elektronen sind diagnostisch nicht relevant, werden aber immer wieder für den therapeutischen Einsatz diskutiert. Bislang fehlte ein Wirkungsnachweis der Auger-Elektronen von 99mTc, der jetzt in einem In-vitro-Testsystem im Vergleich zum Betastrahler 131I vorgelegt werden soll. Methoden: Die Schilddrüsenzelle PCCl3, die Natriumiodid-Symporter(NIS)-positiv ist, wurde in An- bzw. Abwesenheit von Perchlorat mit 131I-Natriumiodid (131I) oder 99mTc-Pertechnetat (99mTc) inkubiert. Zum besseren Vergleich wurden die Aktivitätsmengen so adjustiert, dass bei rein extrazellulärer Bestrahlung dieselbe Dosis für beide Radionuklide resultiert. Das klonogene Zellüberleben wurde mit dem Koloniebildungs-Assay durch Bestimmung der Überlebensfraktion ermittelt. Parallel zu allen Versuchen wurde jeweils die intrazelluläre Radionuklidaufnahme bestimmt. Ergebnisse: Dosis-Wirkungskurven für die Bestrahlung mit 131I und 99mTc unter variabler extra- und intrazellulärer Verteilung der Radioaktivität wurden erstellt. In Anwesenheit von Perchlorat war keine intrazelluläre Radiotracer-Aufnahme nachweisbar. Die Überlebenskurven waren weitgehend vergleichbar, so dass von einer korrekten Dosimetrie ausgegangen werden konnte. Ohne Perchlorat wurden zwischen 1,39% (131I) und 1,90% (99mTc) der inkubierten Aktivität intrazellulär nachgewiesen, was die Radiotoxizität für den Betastrahler verdoppelte, für 99mTc jedoch mehr als verzehnfachte. Schlussfolgerung: Die intrazelluläre Aufnahme des Betastrahlers 131I verursacht gegenüber der rein extrazellulären Lokalisation eine deutlich höhere DNA-Schädigung, was mittels Koloniebildungstest nachgewiesen werden kann. Die erhöhte Radiotoxizität durch intrazelluläres 99mTc erklärt sich am ehesten durch den großen Dosisbeitrag in zellulären Strukturen durch die Auger- und Konversionselektronen geringer Reichweite und hoher lokaler Energiedeposition.

Stichworte

131I, PCCl3, 99mTc, Koloniebildungs-Assay, Auger-Elektronen

DOI

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0300

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