Erste Erfahrungen mit einem neuen Radiopharmakon für die Wächterlymphknoten-Detektion beim malignen Melanom: 99mTc markiertes kolloidales Rheniumsulfid
M. Weiss (1), R. A. Schmid (1), C. Kunte (2), B. Konz (2), K. Hahn (1)
(1) Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin (Direktor: Prof. Dr. med. K. Hahn) (2) Dermatologische Klinik (Direktor: Professor Dr. med. G. Plewig), Ludwig-Maximilians-Universität München
Zusammenfassung
Ziel dieser Studie war es, den Wächterlymphknoten(SLN) mittels Lymphszintigraphie unter Einsatz vonTechnetium-99m markiertem kolloidalem Rheniumsulfid(Nanocis®), einem neuen, kommerziell erhältlichenRadiopharmakon für lymphszintigraphische Untersuchungenzu lokalisieren. Patienten, Methoden: 35 konsekutivePatienten mit histologisch gesichertem malignenMelanom, jedoch ohne klinische Hinweise auf (Fern-)Metastasierung, wurden präoperativ nach intradermaler,peritumoraler Injektion von 20-40 MBq Nanocis®(durchschnittliche Partikelgröße: 100 nm; Streubreite:50-200 nm) untersucht. Zusätzlich erfolgte intraoperativeine Blaufärbung. Die intraoperative SLN-Detektionwurde mit einer Hand-Gammasonde durchgeführt.Ergebnisse: Intraoperativ konnten bei 34/35 Patienten(97%) insgesamt 63 zuvor szintigraphisch detektierteund auf der Haut markierte Wächterlymphknoten mittelsGammasonde gefunden werden. Mittels Blaufärbungließen sich lediglich 41/63 (65%) Wächterlymphknotendarstellen. Die Anzahl der Wächterlymphknoten proPatient betrug 1-4 (Mittel: n = 1,8). Der histologischeBefund bestätigte den metastatischen Befall der SLNbei 12/35 (34%) Patienten. Die SLN-positiv-Rate(14/63 SLN) betrug 22%. Sie ist mit den Ergebnissender SLN-Diagnostik mittels anderer Technetium-99mmarkierter Nanokolloide vergleichbar. Schlussfolgerung:An Tc-99m gebundenes kolloidales Rheniumsulfid eignetsich zur SLN-Diagnostik. Stichworte
Szintigraphie, malignes Melanom, Wächterlymphknoten, Rheniumsulfid