Radioimmuntherapie mit 90Y-markiertem Ibritumomab- Tiuxetan: Klinik, Radiopharmazie, Strahlenschutz, Perspektiven
K. Schomäcker1 , M. Dietlein1 , R. Schnell2 , J. Pinkert 3 , W. Eschner1 , B. Zimmermanns 1 ,
1 Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, 2 Klinik I für Innere Medizin der Universität zu Köln
Zusammenfassung
Die Radioimmuntherapie mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan(Zevalin® ) ist bei Patienten mit einem rezidivierten oderrefraktären follikulären Lymphom, die mit Rituximab vorbehandeltsind, zugelassen. Die aktuellen Studien über einenkonsolidierenden Einsatz von 90Y-Ibritumomab-Tiuxetannach Chemotherapie in der Primärbehandlung und imersten Rezidiv scheinen erfolgversprechende neue Therapieansätzedarzustellen. Für eine Verbreiterung des Indikationsspektrumsauf das diffus großzellige Lymphom existierenerste günstige Studienergebnisse. Dabei erweist sichdie Markierung von 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan als eine relativbelastbare radiochemische Markierungsprozedur, dieauch in gewissem Umfang störende Parameter wie höhereTemperatur oder erhöhte Schwermetallkonzentration toleriert.Für die Qualitätskontrolle mittels Dünnschichtchromatographie(TLC) werden Streifen >15 cm empfohlen.Prinzipiell kann die TLC nicht zwischen Radiokolloiden undmarkierten Proteinen unterscheiden. Im Zweifelsfall solltezusätzlich eine HPLC durchgeführt werden: Kolloide verbleibenauf der Säule und erscheinen nicht im Eluat. Im Falleeiner Fehlmarkierung ist die Chromatographie mit Econo-Pac-10DG-Entsalzungssäulen (Biorad, Hercules, CA, USA)eine zuverlässige Möglichkeit, das kostenintensive Radiopharmakonnoch zu retten. Allerdings ist diese Methodenicht Bestandteil der Zulassung. Stichworte
Radioimmuntherapie, Strahlenschutz, Yttrium-90, Ibritumomab-Tiuxetan, Zevalin®, Aktivimeter