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Stunning in der Radioiodtherapie benigner Schilddrüsenerkrankungen: Effektquantifizierung und therapeutische Relevanz

Zeitschrift:Nuklearmedizin
ISSN:0029-5566
DOI:http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0172
Ausgabe:2008 (Vol. 47): Heft 6 2008 (225-274)
Seiten:248-254

Stunning in der Radioiodtherapie benigner Schilddrüsenerkrankungen: Effektquantifizierung und therapeutische Relevanz

T. Krohn1; P. T. Meyer1; C. Ocklenburg2; D. Knollmann1; B. Nowak1; W. M. Schaefer1
1Klinik für Nuklearmedizin; 2Institut für Medizinische Statistik; 1,2Universitätsklinikum Aachen, Deutschland

Zusammenfassung

Die Radioiodtherapie mit 131I ist bewährt bei Schilddrüsenerkrankungen. Bei aufeinanderfolgenden Iodapplikationen ist ein verminderter Uptake der zweiten Fraktion zu erwarten, was bei der Therapieplanung zu berücksichtigen ist. Ziel: Untersuchung der Abhängigkeit der Uptake-Verminderung vom Zeitabstand zwischen Iodapplikationen und der erreichten Organdosis bei Therapie gutartiger Schilddrüsenerkrankungen. Patienten, Methodik: In die retrospektive Studie wurden mit je 100 Patienten zwei Gruppen gebildet, die sich hinsichtlich Diagnose nicht unterschieden: je 32 M. Basedow (Zieldosis 250 Gy), 24 uni-/bifokale (400 Gy), 44 multifokale Autonomien (150 Gy). Den Patienten wurde aufgrund unerwartet niedrigem Uptake oder kurzer Therapiehalbwertszeit eine zweite Iodfraktion verabreicht, in der ersten Gruppe nach 48 h (2d-Gruppe), in der zweiten nach 96 h (4d-Gruppe). Verglichen wurden u. a. die Uptake-Werte beider Fraktionen und die zum Applikationszeitpunkt erreichten Organdosen. Ergebnisse: Es gab keinen signifikanten Unterschied der durch die erste Iodfraktion nach vier Tagen extrapolierten Teildosis (2d-Gruppe: 86 ± 48 Gy, 4d-Gruppe: 87 ± 41 Gy, p > 0,05). In der 2d-Gruppe war die zum zweiten Applikationszeitpunkt erreichte Organdosis mit 51 ± 29 Gy signifikant niedriger als in der 4d-Gruppe (p < 0,01). Die 4d-Gruppe zeigte bei der zweiten Therapiefraktion einen signifikant niedrigeren Uptake (63 ± 25% des Erstuptake) gegenüber der 2d-Gruppe (82 ± 24%, p < 0,01). Zudem wurde eine Korrelation der Uptake-Verminderung mit der erreichten Organdosis sowie ein Einfluss des Zeitintervalles zwischen den Applikationen auf die Uptake-Verminderung nachgewiesen. Schlussfolgerungen: Der relative Uptake der zweiten Fraktion ist mit höherem zeitlichen Abstand und zunehmender erreichter Organdosis geringer. Da bei frühzeitiger Zweitapplikation ein höherer Uptake erzielt wird, kann mit relativ wenig Therapieaktivität ein gleicher bzw. sogar höherer Therapieeffekt in der zweiten Iodfraktion erreicht werden. Die Strahlenexposition kann so vermindert, die Therapieeffizienz erhöht und ggf. die stationäre Verweildauer verkürzt werden.

Stichworte

Radioiodtherapie

DOI

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0172

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