Schilddrüsen-Ultraschall, -Peroxidase und -Funktion Neue epidemiologische Daten bei nicht selektierten deutschen Angestellten
N. Döbert1, K. Balzer2, J. Diener1, K. Wegscheider2, R. Vaupel3, F. Grünwald1
1Department of Nuclear Medicine, University of Frankfurt, 2Department of Statistics and Econometrics, University of Hamburg, 3Sanofi Aventis Deutschland GmbH, Berlin, Germany
Zusammenfassung
Ziel: Mitarbeiter von Sanofi-Aventis Deutschland GmbHnahmen an einem Schilddrüsen-Screening im Jahr 2006teil, um neue Daten zur Prävalenz von pathologischerSchilddrüsenmorphologie, erhöhten Schilddrüsenautoantikörpern(TPO AB) und Schilddrüsenfunktion in einer unselektiertendeutschen Erwachsenenpopulation zu erheben.Teilnehmer, Methoden: Die Untersuchung umfasst 700Mitarbeiter. Blutproben wurden ausgewertet bezüglich TSHund TPO AB. Bei allen wurde eine sonographische Untersuchungder Schilddrüse durchgeführt. Ergebnisse: Bei40.7% der Mitarbeiter (n = 285) fand sich ein auffälligessonographisches Muster der Schilddrüse: Struma bei13.7%, Knoten bei 35.6%, eine Struma nodosa bei 8.6%und eine Echoarmut der Schilddrüse bei 20.4%. Der TSHWertwar erhöht bei 3.9% und erniedrigt bei 0.6%. ErhöhteTPO-AK wurden bei 13% der Fälle beobachtet. Nur 1.4%(n= 10) zeigten erhöhte TPO-Antikörper bei erhöhtenTSH-Werten. Sonomorphologische Auffälligkeiten fandensich bei erhöhtem TPO AB in 7.1% der Fälle. Erhöhte TPOAB lagen signifikant häufiger vor bei auffälligem sonographischemMuster der Schilddrüse (54.9%) im Vergleich zuerhöhtem TPO AB mit unauffälliger Sonographie (45.1%)(p = 0.003). Schlussfolgerung: SonomorphologischeAuffälligkeiten sind immer noch in Deutschland verbreitetund unsere Ergebnisse sind vergleichbar mit früherenScreening-Untersuchungen. Erhöhte TPO AB korreliertensignifikant mit sonomorphologischer Pathologie (Knotenund Struma). Ursache dafür sein könnte eine verbesserteJodversorgung oder das Vorliegen eines hypertrophen Stadiumseiner Autoimmunthyreoiditis in einigen Fällen. Stichworte
Schilddrüse, TPO-Antikörper, Struma, Knoten, Fehlfunktion
DOI
http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0166