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Muskuloskelettale Anpassung bei Immobilisation

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Mechanobiologie des Knochens

Ausgabe: Hefte von 2010 (Vol. 19): Heft 3 2010 (202-300)
Seiten: 210-215

Muskuloskelettale Anpassung bei Immobilisation

D. Felsenberg (1)
(1) Charité – Campus Benjamin Franklin (CBF), Zentrum für Muskel- & Knochenforschung, Freie Universität & Humboldt Universität Berlin, Berlin

Stichworte

Knochenmarker, Sport, Immobilisation, Knochenmasse, Schwerelosigkeit

Zusammenfassung

Julius Wolff hatte schon 1892 in seinem „Das Gesetz der Transformation der Knochen" beschrieben, dass der Knochen sich seiner Funktion anpasst. In Studien zur Immobilität (BedRest-Studien) wird dokumentiert, dass der Knochen innerhalb weniger Stunden bis Tage seinen Metabolismus anpasst, sobald die Verformung (Strain) des Knochens abnimmt oder zunimmt. Während die Knochenmarker diese Änderung des Metabolismus unmittelbar anzeigen, ändert sich die Knochenmasse deutlich langsamer und es können erst nach ca. 40Tagen signifikante Änderungen nachgewiesen werden. Dem schnellen Knochenabbau bei Beginn einer Immobilisation folgt ein langsamer Knochenaufbau nach Wiederbelastung. Da der Knochen seine Last zu über 90% durch die Muskelkraft erfährt und nicht durch das Körpergewicht, ist die Muskelkraft ein wichtiger Stimulator für den Knochenauf- und -abbau. Bei Immobilisation, Paraplegie und anderen Muskelfunktionsstörungen kann die Knochendichte um bis zu 75 bis 80% abfallen. Durch lebenslanges Muskelkrafttraining kann die Muskelkraft und damit auch die Knochenmasse erhalten werden, was am Beispiel der Studie mit Master-Athleten bewiesen werden konnte. Für die Stimulation des Knochens ist die Muskelkraft und nicht die Muskelausdauer entscheidend. Demzufolge ist auch im hohen Alter noch ein Krafttraining empfehlenswert.

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