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Zehnjahrestrend der Inzidenz der Hüftfrakturen in Deutschland von 2000 bis 2009

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Vitamin D

Ausgabe: Hefte von 2011 (Vol. 20): Heft 4 2011 (289-376)
Seiten: 333-341

Zehnjahrestrend der Inzidenz der Hüftfrakturen in Deutschland von 2000 bis 2009

In der Gesamtpopulation und den Altersgruppen mit erhöhtem Osteoporoserisiko

A. Defèr (1), W. Möhrke (2), K. Abendroth (3)

(1) Facharzt für Allgemeinmedizin, Dresden; (2) Warner Chilcott Deutschland GmbH, Darmstadt; (3) REKO-Deutschland e.V. Sektion Sachsen & Thüringen, Jena

Stichworte

Hüftfrakturen in Deutschland, Hüftfrakturinzidenz, Osteoporose-Risikopopulation, Osteoporose-Therapieeffekt

Zusammenfassung

Für den Zeitraum von 2000 bis 2009 wurden für Deutschland die Entwicklung der Bevölkerung, der Hüftfrakturen und deren Inzidenz aus dem Register des Bundesamtes für Statistik ermittelt. Neben der Betrachtung in der Gesamtbevölkerung fanden Analysen in der Osteoporose-Risikopopulation und hier in drei Altersgruppen von 50 bis 64 Jahren, von 65 bis 79 Jahren und über 80 Jahren statt. Die Anzahl der Hüftfrakturen in der Gesamtbevölkerung Deutschlands ist im betrachteten Zehnjahres-Zeitraum (2000 bis 2009) von 104886 auf 122307 (+16,6%) angestiegen. Diese Zunahme erfolgt ausschließlich in der Osteoporose-Risikopopulation der über 50-Jährigen und da bei den Männern besonders deutlich. Der fallende Trend der Inzidenz der Hüftfrakturen in Nordamerika oder Skandinavien ist bezogen auf die Gesamtbevölkerung auch in Deutschland, trotz Anstieg bis 2003 mit insgesamt um –2,0% unter den Wert von 2000, nachweisbar. Bemerkenswert ist die Reduktion der Inzidenz der Hüftfrakturen bei den Frauen der Altersgruppe2 (65 bis 79 Jahre), beginnend ab dem Jahr 2004, um 2117 Frakturen (–8,1%). Ob diese Entwicklung als ein Anzeichen einer wirksamen Fraktur- und Osteoporoseprävention gedeutet werden kann, bedarf weiterer, differenzierter Untersuchung. Beim Vergleich und der Deutung von Frakturinzidenzen zwischen einzelnen Ländern sollte unbedingt, neben der Berücksichtigung der demografischen Entwicklung, auch eine Differenzierung nach Alter und Geschlecht vorgenommen werden.