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Komplexes regionales Schmerzsyndrom

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Kongressausgabe/Abstracts
OSTEOLOGIE 2012

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 1 2012 (1-58)
Seiten: 5-14

Komplexes regionales Schmerzsyndrom

M. E. Kraenzlin (1)

(1) Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus, Universitätsspital Basel, Schweiz;Endokrinologische Praxis & Labor, Basel, Schweiz

Stichworte

Therapie, Diagnostik, Pathophysiologie, komplexes regionales Schmerzsyndrom, CRPS

Zusammenfassung

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) umschreibt eine Vielzahl von schmerzhaften Zuständen, die charakterisiert sind durch anhaltende Schmerzen, die die Dauer und Intensität des normalerweise zu erwartenden Verlaufs übersteigen. Zwischen zwei Typen kann unterschieden werden: Das CRPS Typ1 entwickelt sich nach einem Trauma oder einer Fraktur, eine eigentliche Nervenläsion liegt nicht vor. Beim CRPS Typ2 (Causalgia) liegt eine definierbare Nervenläsion vor. Epidemiologische, genetische und experimentelle Studien lassen darauf schließen, dass die Pathophysiologie des CRPS multifaktoriell ist. Drei Mechanismen sind für die Entwicklung des CRPS verantwortlich: neurogene Entzündung, autonome Dysfunktion und neuroplastische Veränderungen im ZNS. Die Symptomatik des CRPS umfasst autonome, sensorische, motorische und trophische Störungen. Die Hauptsymptome sind spontane Schmerzen, Hyperalgesie, Allodynie, abnormale vasomotorische Aktivität und abnormale sudomotorische Aktivität. Die Diagnose ist klinisch und basiert auf der Anamnese und klinischen Befunden mit Anwendung der diagnostischen Kriterien der Internationalen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (IASP) und kann durch zusätzliche diagnostische Interventionen, wie das konventionelle Röntgenbild, 3-Phasen-Skelett-Szintigrafie und MRI unterstützt werden. Die Therapie ist multidisziplinär. Nicht medikamentöse Therapien umfassen insbesondere Physio-/Ergotherapie, physikalische Maßnahmen und psychologische Betreuung. Medikamentöse Therapien orientieren sich an der individuellen Symptomkonstellation und umfassen Pharmakotherapie der neuropathischen Schmerzen und Substanzen, die in den Knochenstoffwechsel eingreifen. Auch Glukokortikoide und Radikalfänger können zum Einsatz kommen. Zu den invasiven Maßnahmen zählen Sympathikusblockaden, die bei Vorliegen eines sympathisch unterhaltenen Schmerzsyndroms eingesetzt werden können, und die rückenmarksnahe Elektrostimulation.

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