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Die systemische Applikation von Dihydrotestosteron erhöht die periimplantäre Mineralisation um Titanimplantate

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Kongressausgabe/Abstracts
OSTEOLOGIE 2012

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 1 2012 (1-58)
Seiten: 23-28

Die systemische Applikation von Dihydrotestosteron erhöht die periimplantäre Mineralisation um Titanimplantate

U. Maus (1, 2), M. Lühmann (3), S. Andereya (4), H. Schmidt (3), G. Zombory (4), C. Siebert (5), C. Niedhart (4)

(1) Department of Orthopedic Surgery, University of Mainz, Germany; (2) OZOM – Orthopedic Center Oldenburger Münsterland, St. Antonius-Stift, Emstek, Germany; (3) Department of Trauma Surgery, Medical center city region Aachen, Würselen, Germany; (4) Department of Orthopedic Surgery and Traumatology, University of Aachen, Germany; (5) Department of Orthopedic Surgery and Sport injuries, Medical school Hannover – Annastift e.V., Hannover, Germany

Stichworte

Knochen, Kalzifizierung, Titanlegierungen, Osseointegration

Zusammenfassung

Trotz Verbesserungen der Einheilung von Titanimplantaten durch Oberflächenmodifikationen kann die postoperative Rehabilitation durch Phasen der Ent- oder Teilbelastung verzögert sein, um eine Osseointegration der Implantate ermöglichen. Außerdem wird die postoperative Rehabilitation gerade bei älteren Patienten durch die reduzierte Muskelfunktion beeinflusst. Androgene spielen eine wichtige Rolle als anabole Substanzen des Knochenstoffwechsels und erhöhen Muskelkraft und Aktivität. Ziel der vorliegenden Studie war die Evaluation der Effekte einer systemischen Vorbehandlung mit Androgenen auf die Osseointegration von Ti6Al4VA-Implantaten bei 20 Sprague-Dawley Ratten. Zur Vorbehandlung wurde den Tieren zwei Tage vor der Operation entweder ein Placebo oder 1mg 5β-Androstan-17β-ol-one (DHT) subkutan injiziert. Die Ti6Al4VA-Implantate wurden beidseits press-fit in die Femura implantiert. Nach 14 Tagen wurden die Tiere euthanisiert, die Proben in Methylmetacrylat eingebettet und histologisch sowie histomorphometrisch untersucht. Die biomechanische Untersuchung mittels Ausrissversuch ergab inkonsistente Ergebnisse ohne signifikante Unterschiede. Die histologische Untersuchung ergab einen direkten Kontakt zwischen mineralisiertem Knochen bzw. Osteoid und Implantatoberfläche. In der Gruppe, die mit DHT vorbehandelt wurde, zeigte sich ein signifikant höherer Anteil an mineralisiertem Gewebe am Knochen-Implantat-Interface (51,24±10,48% vs. 39,50±9,31%, p<0,05), während der Anteil an Osteoid signifikant geringer war (33,11±7,76% vs. 47,59±7,76%, p<0,01). Die präoperative Vorbehandlung mit DHT führte zu einer verbesserten Mineralisation des periimplantären Osteoids um Ti6Al4VA-Implantate. Die systemische Applikation von DHT könnte daher eine mögliche Option darstellen, um gleichzeitig die Osseointegration der Implantate zu verbessern und die postoperative Rehabilitation durch die Erhöhung der Muskelkraft zu verkürzen.

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