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Warum bricht die Wirbelsäule wo sie bricht?

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoplastie der Wirbelsäule
Osteonekrose des Kiefers

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 3 2012 (139-242)
Seiten: 143-150

Warum bricht die Wirbelsäule wo sie bricht?

Literaturübersicht zur bimodalen Verteilung osteoporotischer Keilwirbelfrakturen

S. F. Baumbach (1, 2), W. Böcker (3), W. Mutschler (1, 2), M. Schieker (1, 2)

(1) Chirurgische Klinik und Poliklinik – Innenstadt, Abteilung für Unfallchirurgie, Ludwig-Maximilians Universität München; (2) Osteologisches Schwerpunktzentrum – Campus Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität München; (3) Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen

Stichworte

Osteoporose, Biomechanik, Wirbelkörperfrakturen, Degeneration

Zusammenfassung

Osteoporotische Wirbelkörperfrakturen zeigen eine bimodale Verteilung (Th7/Th8 und Th11–L1), die sich nicht alleine durch eine generalisierte Reduktion der Wirbelkörperbruchlast erklären lässt. Das Ziel dieser Literaturübersicht war, neben osteoporotischen Veränderungen, biomechanische, degenerative und strukturelle Wirbelsäulenveränderungen zu identifizieren, die dieses bimodale Frakturmuster erklären. Biomechanisch befindet sich der thorakolumbale Übergang in einem Spannungsfeld zwischen der rigiden, kyphotischen Brustwirbelsäule (BWS) und der hyperflexiblen, lordotischen Lendenwirbelsäule. Auf den Apex der BWS-Kyphose wirken die größten Kompressions- und Biegekräfte. Verstärkt wird dieser Effekt durch prävalente Wirbelkörperfraktur in diesem Bereich, die zu einer Frakturhäufung führen. Degenerative Veränderungen der Bandscheibe führen zu einer veränderten intra- und intervertebralen Lastübertragung. Dabei kommt es zu einer sekundären Schwächung der zentralen trabekulären Struktur und zu einer vermehrten Kraftübertragung über die Facettengelenke im aufrechten Stand (Stress-Shielding), was einen Lastanstieg von bis zu 300% auf den anterioren Wirbelkörper beim Vorbeugen zur Folge hat. Sowohl Osteoporose als auch veränderte Lastbedingungen führen zu Veränderungen der Wirbelkörpermorphologie. Während Osteoporose zu einer Reduktion der Wirbelkörperbruchlast insgesamt führt, bedingen degenerative Prozesse anisotrope intravertebrale Umbauvorgänge. Entsprechend der im Rahmen der Banscheibendegeneration auftretenden Lastveränderungen werden die zentralen und anterioren Wirbelkörper geschwächt.

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