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Verfahren zur Behandlung vertebraler Frakturen

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoplastie der Wirbelsäule
Osteonekrose des Kiefers

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 3 2012 (139-242)
Seiten: 151-162

Verfahren zur Behandlung vertebraler Frakturen

Ein Überblick unterschiedlicher Systeme und Philosophien zur Wirbelkörper-Augmentation mit Zement

R. Pflugmacher (1), R. Bornemann (1), E. M. W. Koch (1)

(1) Universitätsklinikum Bonn Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Stichworte

Vertebroplastie, Kyphoplastie, Implantate, Wirbelkörperfrakturen

Zusammenfassung

Verminderungen der Knochendichte und pathologische Veränderungen der Knochenstruktur sind mit einem erhöhten Risiko für Frakturen verbunden, die zu entscheidenden Funktionseinschränkungen, Schmerzen und weiteren Komplikationen führen können. Bei der konservativen Versorgung dieser Patienten ist die oft unzureichende Compliance zu beachten. Als Alternative kommen operative Eingriffe in Betracht, um eine sofortige und auch dauerhafte Schmerzlinderung und Verbesserung der Funktionsbeeinträchtigungen zu erreichen. Als erstes Verfahren zur Wirbelkörper-Augmentation wurde die Vertebroplastie unter Verwendung von PMMA eingeführt. Unter dem Aspekt einer größeren Sicherheit wurde der transpedikuläre Zugang entwickelt. Das PMMA wird meist bipedikulär appliziert und durchdringt den gesamten Wirbelkörper. Für die Vertebroplastie stehen die Systeme mehrerer Firmen zur Verfügung. Ergänzend wurde die Ballon-Kyphoplastie (Medtronic) eingeführt. Bei diesem Verfahren werden wieder mindestens 70% der ursprünglichen Wirbelkörperhöhe erreicht, und es kommt zu weniger Zementaustritten als bei der Vertebroplastie. Das System wurde durch die Entwicklungen anderer Firmen variiert. Die Resultate umfangreicher Studien haben Wirksamkeit und Sicherheit der Ballon-Kyphoplastie eindrucksvoll bestätigt. Als Nachteil dieser Methode wird die Zerstörung der verbliebenen Spongiosastrukturen angesehen. Als Alternative kommt die Radiofrequenz-Kyphoplastie (DFine) infrage, bei der ein ultravisköser Zement verwendet wird, der sehr gezielt eingeführt werden kann und sich mit der Spongiosa verbindet. Dadurch werden Wirbelkörperstrukturen erhalten und das Risiko von Extravasaten weiter verringert. Seit einiger Zeit werden Systeme angeboten, bei denen zusätzlich Implantate eingesetzt werden. Entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg der unterschiedlichen operativen Verfahren wird immer die interdisziplinär vereinbarte und individuell angepasste Vorgehensweise sein.

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