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Die Osteoradionekrose des Kieferknochens

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoplastie der Wirbelsäule
Osteonekrose des Kiefers

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 3 2012 (139-242)
Seiten: 180-185

Die Osteoradionekrose des Kieferknochens

D. Felsenberg (1), G. Armbrecht (1)

(1) Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hochschulambulanz Osteologie & Muskel, Zentrum für Muskel- & Knochenforschung, Freie Universität & Humboldt-Universität Berlin

Stichworte

Osteonekrose, Strahlentherapie Kopf-/Halsbereich, Osteoradionekrose, Kiefer

Zusammenfassung

Die Osteoradionekrose (ORN) ist eine relativ häufige Folge (5–10%) einer Strahlentherapie im Kopf-/Halsbereich. Sie wird oft erst klinisch auffällig, sobald eine Superinfektion in dem nekrotischen Kieferknochen nach einem zahnärztlichen Eingriff am Kieferknochen aufgetreten ist. Die Inzidenz der ORN ist abhängig von der Dosis und Fraktionierung der Radiotherapie und/oder der gleichzeitigen Applikation von Chemotherapeutika. Die Diagnose wird vorwiegend klinisch gestellt und kann durch bildgebende Verfahren wie Panoramaaufnahme, Computertomografie oder durch eine Kernspintomografie ergänzt werden. Ein Knochenszintigramm kann zusätzlich das Ausmaß des Befundes dokumentieren. Klinische Symptome sind ein freiliegender Knochen und, bei Infektionen, Schmerzen, Okklusionsstörungen, Zahnbeweglichkeit, Foetor, orokutane Fisteln u.a. Die infizierte ORN bedarf keiner spezifischen Behandlung. Ziel der Therapie einer infizierten ORN ist die Schmerzreduktion, die Behandlung des Infekts, eine Frakturprophylaxe sowie die Wiederherstellung der Funktion. Der Einsatz einer hyperbaren Sauerstofftherapie wird kontrovers diskutiert. Ein Vergleich mit der Osteonekrose des Kiefers (ONJ) unter antiresorptiver Therapie ist nur eingeschränkt möglich. Der Schweregrad des Krankheitsbildes ist in der Regel bei der ORN ungleich größer und die Ätiopathogenese ist für beide Entitäten sehr unterschiedlich.

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