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Kieferosteonekrosen in der Osteoonkologie

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoplastie der Wirbelsäule
Osteonekrose des Kiefers

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 3 2012 (139-242)
Seiten: 193-200

Kieferosteonekrosen in der Osteoonkologie

I. J. Diel (1)

(1) Schwerpunktpraxis für Gynäkologische Onkologie, Mannheim

Stichworte

Bisphosphonate, Knochenmetastasen, Denosumab, Osteoprotektion, Kieferosteonekrosen

Zusammenfassung

Osteoprotektive Medikamente (Bisphosphonate und RANKL-Antikörper) sind integrale Bestandteile der Therapie von Knochenmetastasen. Osteoprotektiva reduzieren die Zahl skelettaler Komplikationen, wie Hyperkalzämie, Frakturen und Knochenschmerzen, bzw. verzögern deren Auftreten. Das entscheidende Therapieziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Patienten. Während Bisphosphonate seit ca. 25 Jahren eingesetzt werden, steht der RANKL-Antikörper in der Onkologie erst seit 2011 zur Verfügung. Beide Substanzklassen sind durch unterschiedliche Nebenwirkungen gekennzeichnet, teilen allerdings das Risiko für das Auftreten von Kieferosteonekrosen (ONJ). In drei großen Phase-III-Studien mit 5723 Patienten mit soliden Tumoren und Knochenmetastasen oder multiplem Myelom wurden zum ersten Mal prospektiv Daten zur Inzidenz von ONJ gewonnen. Die Patienten wurden entweder mit Zoledronsäure oder Denosumab über median 17 Monate behandelt. Obwohl die Häufigkeit von ONJ im Bisphosphonatkollektiv numerisch unter der der Denosumabgruppe lag (37 vs. 52) waren die Ergebnisse statistisch nicht signifikant unterschiedlich und lagen zwischen 1,3 und 1,8%. Weitere Untersuchungen mit osteoprotektiven Medikamenten in der adjuvanten Situation legen nahe, dass die Inzidenz mit der „onkologischen Dosierung“ zu einer Steigerung von Kieferosteonekrosen um 1–1,5% pro Behandlungsjahr führt. Die Jahresdosis zur Behandlung von Knochenmetastasen liegt um den Faktor 10–12 höher als in der Therapie der Osteoporose. Derzeit sind von vielen Fachgesellschaften Leitlinien und Empfehlungen zur Vermeidung und Therapie von Kieferosteonekrosen formuliert und publiziert worden. Ob die Berücksichtigung prophylaktischer Maßnahmen zu einer Reduktion der Erkrankungshäufigkeit führen wird, muss prospektiv in zukünftigen Studien untersucht werden.

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