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Chemotherapie-assoziierte Osteonekrosen im Kindes- und Jugendalter

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteonekrosen

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 4 2012 (243-322)
Seiten: 279-284

Chemotherapie-assoziierte Osteonekrosen im Kindes- und Jugendalter

H. Delbrück (1), M. Vogt (1), M. Tingart (1), R. Mertens (2)

(1) Klinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Aachen; (2) Klinik für Kinder- und Jugendmedizin,Universitätsklinikum Aachen

Stichworte

Chemotherapie, Osteonekrose, Glukokortikoide

Zusammenfassung

Symptomatische Chemotherapie-assoziierte Osteonekrosen bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Erkrankungen treten je nach Studiendesign mit einer Inzidenz von bis zu ca. zehn Prozent auf – schließt man die asymptomatischen Fälle ein, in bis zu 73 Prozent. Im Rahmen der multifaktoriellen Pathogenese gilt die Glukokortikoidgabe, insbesondere von Dexamethason, als ein gesicherter ursächlicher Faktor. Weitere Risikofaktoren sind ein höheres Patientenalter bei Diagnosestellung, weibliches Geschlecht, Adipositas und eine Knochenmarktransplantation im Rahmen der Therapie. Diskutiert werden zusätzlich genetische Faktoren. Ein Großteil der Patienten, bei denen in der Magnetresonanztomografie Osteonekrosen nachweisbar sind, bleibt asymptomatisch. Die Schmerzsymptomatik korreliert nicht regelhaft mit dem Ausmaß der Nekrose. Am häufigsten sind Hüft- und Kniegelenke, meist auch beidseits, betroffen. Aktuell ist die Magnetresonanztomografie insbesondere das in Frühstadien überlegene diagnostische Verfahren. Kausale Therapiekonzepte sind bislang nicht entwickelt. Konservative Therapieversuche bestehen je nach Symptomausprägung in Entlastung, Physiotherapie und Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika. Andere konservative Therapieansätze wie hyperbare Sauerstofftherapie (HBO), Iloprost- und Bisphosphonatgabe sowie der Einsatz von Statinen sind bisher nur in wenigen klinischen Studien untersucht worden. Die operativen Methoden im Falle der Chemotherapie-assoziierten Osteonekrosen differieren nicht von denen anderer Ätiologie und werden beschwerde- und stadienabhängig eingesetzt.

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