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Raloxifen unterstützt die Frakturheilung des osteoporotischen Knochens der ovarektomierten Ratte mehr als Östrogen

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoporose des Mannes

Ausgabe: Hefte von 2013 (Vol. 22): Heft 4 2013 (249–328)
Seiten: 290-297

Raloxifen unterstützt die Frakturheilung des osteoporotischen Knochens der ovarektomierten Ratte mehr als Östrogen

E. K. Stuermer (1, 2), S. Sehmisch (2), F. Daub (2), M. Komrakova (2), M. Tezval (2), K. M. Stuermer (2)

(1) Institute for Research in the Operative Medicine, Faculty of Health-School of Medicine, Witten/Herdecke University, Cologne, Germany; (2) Department of Trauma Surgery and Reconstructive Surgery, University Medical Center Goettingen, Germany

Stichworte

Östrogen, Osteoporose, Raloxifen, Knochen, Frakturheilung

Zusammenfassung

Einleitung: Die meisten Menschen, die an Osteoporose leiden, sind nicht ausreichend diagnostiziert: Die erste osteoporotische Fraktur trifft somit den unbehandelten Organismus. Deshalb findet sich bei diesen Patienten häufiger eine gestörte Frakturheilung und, in Folge dessen, postoperatives Implantatversagen. In dem vorliegenden experimentellen Projekt werden Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität und Quantität des osteoporotischen Knochens während der akuten Phase der Frakturheilung untersucht. Methoden: Sechsunddreißig drei Monate alte weibliche Ratten wurden einer Ovarektomie unterzogen. Nach zehn Wochen erfolgte eine standardisierte metaphysäre Tibiaosteotomie mit T-Platten-Osteosynthese, sowie die randomisierte Zuteilung zur Raloxifen- (R: 2,02 mg/d), Estradiol-17β-benzoat- (E: 0.09 mg/d) oder unbehandelten Gruppe mit sojafreiem Futter (SF). Während der fünfwöchigen Frakturheilung erfolgte eine subkutane Fluoreszenzmarkierung der Knochenneubildung. Postmortal wurden die Tibiae biomechanisch, histomorphologisch, histomorphometrisch und mikroradiografisch untersucht. Ergebnisse: Raloxifen und Estradiol haben eindeutig anabole Effekte auf den trabekulären Knochen. Beide Substanzen induzieren die Frakturheilung primär über den endostalen Kallus (R: 2.08 ± 0.66 mm², E: 2.02 ± 0.75 mm² vs. SF: 1.78 ± 0.74 mm²). Aufgrund der früheren Fraktur-Überbrückung und der fortgeschrittenen Heilung unter Raloxifen und Estradiol ist die Knochen-Neubildung in der fünften Woche im Vergleich zur osteoporotischen Gruppe aufgrund der fortgeschrittenen Heilung geringer. Die biomechanischen Eigenschaften (yield load) des Kallus unter Raloxifen (100,3 ± 28,4 N) sind äquivalent zu denen unter Estradiol (93,8 ± 29,7 N), wobei beide signifikant besser als die der osteoporotischen Vergleichsgruppe sind (SF: 76,4 ± 18.8 N). Schlussfolgerung: Die Raloxifen- und Östrogen-Therapie verbessert die Frakturheilung und Struktur des osteoporotischen Knochens in der Ratte. Trotz der geringen Kallusdimension unter Östrogen induzieren beide Substanzen sehr gute mechanische Kalluseigenschaften. So besteht die Option, dass das Auftreten von Mikrofrakturen als Basis der makroskopischen osteoporotischen Fraktur signifikant gegenüber dem nicht behandelten Organismus gesenkt wird. Unter Berücksichtigung aller Ergebnisse ergibt sich für Raloxifen ein Vorteil gegenüber Östrogen, auch weil seine Nebenwirkungen in klinischen Studien, z. B. hinsichtlich des Mammakarzinomrisikos, geringer sind.

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Erratum in Ausgabe 4 2014

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