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Behandlung der Osteoporose des Mannes

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoporose des Mannes

Ausgabe: Hefte von 2013 (Vol. 22): Heft 4 2013 (249–328)
Seiten: 271-276

Behandlung der Osteoporose des Mannes

J. D. Ringe (1), P. Farahmand (2)

(1) West-German Osteoporosis Center (WOZ) at Medizin. Klinik 4, Klinikum Leverkusen, University of Cologne, Germany; (2) Medizinische Klinik II, Nephrologie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Germany

Stichworte

Osteoporose des Mannes, Behandlung/Management der Osteoporose beim Mann

Zusammenfassung

Obwohl die Osteoporose des Mannes zunehmend als relevantes Gesundheitsproblem anerkannt wird, werden die Betroffenen immer noch zu selten diagnostiziert und oft ungenügend therapiert. Wie bei Frauen muss sich das diagnostische und therapeutische Vorgehen den Problemen des Einzelfalles anpassen. Bei der praktischen Patientenbetreuung ist es sehr wichtig, eventuelle Ursachen sekundärer Osteoporosen aufzudecken, die Möglichkeiten der Basistherapie, die individuellen Risikofaktoren entgegenwirken können, genau zu erklären und dem Patienten klar zu machen, dass die Diagnose Osteoporose eine chronische Erkrankung bedeutet und damit die Therapietreue über viele Jahre ganz entscheidend ist. Bei manifester Osteoporose ist eine sorgfältige Schmerztherapie sehr wichtig, um immobilitätsbedingten weiteren Knochenverlust zu vermeiden. Bei älteren Männern mit erhöhtem Sturzrisiko muss ungenügende Vitamin-D-Zufuhr oder gehemmte Aktivierung infolge einer Niereninsuffizienz in Betracht gezogen werden. Die heute verfügbaren spezifischen Medikamente zur Therapie der männlichen Osteoporose umfassen unter den antiresorptiven Medikamenten die Bisphosphonate Alendronat, Risedronat und Zoledronsäure. Denosumab, die erste biologische Therapie der Osteoporose, wurde zunächst für Männer mit Androgen-entziehender Therapie wegen Prostatakrebs zugelassen. Studienergebnisse der multizentrischen, kontrolliert randomisierten 2-Jahres-ADAMO-Studie werden vermutlich in Kürze eine generelle Zulassung für die Osteoporose des Mannes erlauben. Teriparatid, das 1–34-amino-terminale Ende des Parathormons, ist auf der Basis verschiedener Studien als osteoanabole Substanz für Männer zugelassen. Unter den Substanzen mit anderen Wirkmechanismen kann das D-Hormon-Prodrug Alfacalcidol allein oder in Kombination mit Bisphosphonaten eingesetzt werden und dabei pleiotrope Effekte auf Kalziumresorption, Nebenschilddrüsen, Muskel und Knochen entfalten. Auch Strontiumranelat wurde für die Osteoporose bei Männern zugelassen, jedoch neuerdings mit einer Kontraindikation für Patienten mit klinisch relevanten kardiovaskulären Risiken. Insgesamt haben sich somit in den vergangenen Jahren die therapeutischen Möglichkeiten für Männer mit Osteoporose deutlich gebessert. Durch ein verfügbares Spektrum von milden bis hin zu starken Substanzen mit unterschiedlichem Wirkprofil auf den Knochenumbau ist die Option individuell angepasster Therapiestrategien verbessert worden.

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