Anzeige

Ausgaben

Knochenmetastasen

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteoonkologie

Ausgabe: Hefte von 2014 (Vol. 23): Heft 4 2014 (233–308)
Seiten: 239-244

Knochenmetastasen

Pathophysiologie und zellbiologische Grundlagen

F. Jakob (1), R. Ebert (1), M. Rauner (2), T. Rachner (2), N. Schütze (1), C.-C. Glüer (3), L. C. Hofbauer (2), für das SkelMet Konsortium

(1) Orthopädisches Zentrum für Muskuloskelettale Forschung, Universität Würzburg; (2) Bereich Endokrinologie, Diabetes und Knochenstoffwechselerkrankungen, Medizinische Klinik III/Haus 27, Universitätsklinikum „Carl Gustav Carus“ der Technischen Universität Dresden; (3) Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel, Abteilung Medizinische Physik, Sektion für Biomedizinische Bildgebung, Kiel

Stichworte

Tumorzellen, Knochenmetastasen, Tumorrezidiv, Stammzellnischen

Zusammenfassung

Knochenmetastasen sind ein klinisch relevantes Problem und ihre Inzidenz nimmt zu. Die Fähigkeit von Tumorzellen, in den Knochen zu metastasieren, erfordert zellbiologische Veränderungen, die zur Migration und zur aktiven Überwindung von Barrieren wie Basalmembranen und Extrazellulärmatrix befähigen. Das „Homing“ im Knochen findet dann statt, wenn Tumorzellen dort anheften und gut überleben können. Die Interaktion der beteiligten Zelltypen bewirkt eine Änderung des Phänotyps in allen Partnern einer solchen „malignen Konversation“. Die resultierende Signatur ist oft permanent und führt auf der einen Seite zu einer Suszeptibilität des Stromas für die Metastasierung und auf der anderen Seite zu einer starken Veränderung der Tumorbiologie, die sich vom Primärtumor wesentlich unterscheidet. In einem klassischen Circulus vitiosus können Tumorzellen direkt und indirekt Osteoklasten stimulieren und Osteolysen verursachen. Auf die Osteoblastenfunktion können sie zweierlei Auswirkungen haben. Sie können die Mineralisierung stark stimulieren und damit osteoblastische Metastasen verursachen, sie können aber auch starke Hemmstoffe der Knochenregeneration ausschütten, die eine Osteoplegie hervorrufen, ein völliges Lahmlegen der Knochenregeneration. Die Kombination aus Osteolyse und Osteoplegie führt klinisch zu einer besonders schwerwiegenden Situation des Knochenverlusts mit pathologischen Frakturen. Die geschützten Stammzellnischen des Knochenmarks sind auch für Tumorzellen eine gute Möglichkeit zum Überleben. Tumorzellen können sich diese Nischen selbst induzieren. Sie können sich dabei in Richtung Tumorstammzelle verändern und können später zum Ausgangspunkt von Tumorrezidiven werden. Es ist daher für die Zukunft sinnvoll, den Knochen und das Knochenmark als therapeutische Zielstrukturen in onkologische Therapiekonzepte einzubeziehen.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
Hans Roland Dürr 1, Volkmar Jansson 2, Per-Ulf Tunn3

arthritis + rheuma 2007 27 3: 162-168

2.
G. Meyberg, D. Wallwiener, J. Huober, B. Aydeniz, E.-F. Solomayer

Die Medizinische Welt 2004 55 5: 146-

3.

A. Bräuer (1), K. Rahbar (1), J. Konnert (1), M. Bögemann (2), L. Stegger (1)

Nuklearmedizin 2017 56 1: 14-22

https://doi.org/10.3413/Nukmed-0846-16-09