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Osteoporose bei Querschnittlähmung – eine vermeidbare Komplikation?

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Querschnittlähmung und Osteoporose

Ausgabe: Hefte von 2015 (Vol. 24): Heft 2 2015 (63-124)
Seiten: 72-75

Osteoporose bei Querschnittlähmung – eine vermeidbare Komplikation?

Y.-B. Kalke (1), A. Frotzler (2), J. Moosburger (3)

(1) RKU – Universitäts- und Rehabilitationsklinken Ulm, Querschnittgelähmtenzentrum, Orthopädische Universitätsklinik, Ulm, Deutschland; (2) Clinical Trial Unit, Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil, Schweiz; (3) Rehaklinik Olgabad, Bad Wildbad, Deutschland

Stichworte

Osteoporose, DVO-Leitlinie, Querschnittlähmung, DMGP

Zusammenfassung

In der Deutschsprachigen Gesellschaft für Querschnittlähmung (DMGP) sind aktuell 28 deutsche, vier Schweizer und drei österreichische Querschnittgelähmtenzentren integriert. Alleine in Deutschland werden pro Jahr über 2200 Fälle mit akuter Querschnittlähmung aufgenommen und es leben dort schätzungsweise über 130 000 Querschnittgelähmte, einschließlich der Personen mit Spina bifida. Bei den zahlreichen Komplikationen, die im Rahmen einer posttraumatischen oder erkrankungsbedingten Querschnittlähmung entstehen können, ist die subläsionale querschnittlähmungsassoziierte Osteoporose insbesondere bei der kompletten oder der ausgeprägten inkompletten Querschnittlähmung (ASIA Impairment Scale A–C) eine häufige Folge, die mit einem zunehmenden Frakturrisiko einhergeht. Zusätzlich kommt der demografische Faktor der Altersosteoporose entgegen – die Patienten mit akuter und chronischer Querschnittlähmung werden immer älter. Die 2014 aktualisierte DVO-Leitlinie sollte soweit möglich auch in der Paraplegiologie Anwendung finden, wobei insbesondere im Hinblick auf Diagnostik, Therapievielfalt und medikamentöse Nebenwirkungen osteologische Kenntnisse gefordert sind. Die DMGP gründete 2012 eine Arbeitsgruppe Osteoporose und Querschnittlähmung, die die Grundlage einer S1-Leitlinie für den Themenkomplex Querschnittlähmung und Osteoporose ausarbeitete. Ob modifizierte SERMs, Cathepsin-K-Inhibitoren, Calcium-Sensing-Receptor-Antagonisten oder der zunehmende Einsatz von Exoskeletten die Osteoporose bei Querschnittgelähmten wirklich vermeidbar macht, wird sich zukünftig zeigen.

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