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Sinn und Unsinn der Vitamin-D-Bestimmung

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Labordiagnostik bei metabolischen Knochenerkrankungen

Ausgabe: Hefte von 2015 (Vol. 24): Heft 4 2015 (207–258)
Seiten: 225-230

Sinn und Unsinn der Vitamin-D-Bestimmung

Analytische Bestimmung von Vitamin D, optimaler Status und Supplementation

M. E. Kraenzlin (1), C. Meier (1, 2)

(1) Endonet Basel, Schweiz; (2) Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus Universitätsspital Basel, Schweiz

Stichworte

Vitamin-D-Mangel, Vitamin-D-Supplementation, Vitamin D, 25(OH)D-Messung, Assay-Variabilität

Zusammenfassung

In den letzten Jahren ist das Interesse an Vitamin D stark gestiegen, dies aufgrund der nachgewiesenen Wirkung von Vitamin D auf den Mineralstoffwechsel und die neuromuskulären Funktionen, aber auch aufgrund anderer, pleiotroper Effekte. Die Konsequenz dieses gesteigerten Interesses spiegelt sich in der zunehmenden Verordnung für die Bestimmung des 25(OH)-Vitamin-D-Spiegels wider, um den Vitamin-D-Versorgungsstatus zu erfassen und um über eine allfällige Vitamin-D-Supplementation zu entscheiden. Die 25(OH)D-Messung wird aber durch verschiede Faktoren beeinflusst. Einerseits die Variabilität und die Tatsache, dass andere Vitamin-D-Metaboliten, wie das 3-epimer von 25(OH)D einen gemessenen Wert für das 25(OH)D beeinflussen können. Ein weiterer Störfaktor für die 25(OH)D-Bestimmung kann der Vitamin-D-Metabolit 24,25(OH)2-D sein. Aufgrund dieser Interferenzen und Variabilität der Vitamin-D-Bestimmung ist es nicht erstaunlich, dass unterschiedliche Assays auch unterschiedliche 25(OH)D-Resultate ergeben, was es schwierig macht, einen genauen Schwellenwert für den Vitamin-D-Mangel bzw. für die Vitamin-D-Insuffizienz zu definieren. Aus diesem Grunde sind auch Anstrengungen im Gange, die Vitamin-D-Bestimmung zu standardisieren. Eine liberale Anwendung einer 25(OH)D-Messung ist nicht zu empfehlen. Es scheint aber vernünftig bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel, ein erhöhtes Sturz- oder Frakturrisiko aufweisen, das 25(OH)D zu bestimmen.

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