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Anzahl und Inzidenz der Hüftfrakturen in Deutschland von 2000 bis 2013

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Versorgungsforschung in der Osteologie

Ausgabe: Hefte von 2016 (Vol. 25): Heft 1 2016 (1-56)
Seiten: 12-20

Anzahl und Inzidenz der Hüftfrakturen in Deutschland von 2000 bis 2013

Ist aus epidemiologischen Daten dieser Periode eine Hüftfrakturprävention durch die Osteoporosetherapie ableitbar?

K. Abendroth (1), W. Möhrke (2)

(1) REKO-Deutschland e. V. Sektion Sachsen & Thüringen, Jena; (2) Seelheim/Jungenheim

Stichworte

Epidemiologie, Hüftfraktur, Osteoporosetherapieeffekt

Zusammenfassung

Ziel der Analyse: Die Osteoporosetherapie hat sich durch die Veröffentlichung von Leitlinien und durch spezifische Medikamente verändert. In Zulassungsstudien konnten spezifische Arzneistoffe wie Bisphosphonate, Strontium und Denosumab eine Hüftfrakturpräventionsrate um 40 % ausweisen. Dieser Therapieerfolg ist in der Praxis kaum erlebbar. In Deutschland werden die Hüftfrakturen in der Regel stationär versorgt und so über die Krankenhausstatistik des Bundes erfasst. In einer Analyse dieser Daten über 14 Jahre soll dieser hüftfraktursenkende Effekt nachgewiesen werden. Material und Methoden: Aus den gestaltbaren Tabellen des Informationssystems der Gesundheitsberichterstattung des Bundes wird die Häufigkeit für die drei Typen der proximalen Hüftfrakturen (ICD-10: S72.0, S72.1 und S72.2) und die jeweiligen Einwohnerzahlen für die Jahre 2000 bis 2013 erfasst. Die Inzidenz der Hüftfrakturen pro 100 000 Einwohner wird daraus errechnet. Für die Auswertung diente die jährliche Änderung der Daten in Prozent zum Ausgangsjahr 2000. In allen drei Datengruppen wurden die Angaben für Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr erfasst und in drei Altersgruppen (50–64 Jahre, 65–79 Jahre, und ab 80 Jahre) gegliedert. Ergebnisse: Die Inzidenz der Hüftfrakturen nimmt im Analysezeitraum nach einem Anstieg bis 2003 kontinuierlich ab und unterschreitet den Ausgangwert (von 2000) ab 2006 leicht (bis zu –5 %). Dieser Effekt ist aber nach Differenzierung der Geschlechter nur für die Frauen nachweisbar. Eine deutliche Senkung der Häufigkeit und der Inzidenz für Schenkelhals- und pertrochantäre Frakturen unter das Ausgangsniveau von 2000 (–15 % bis –22 %) konnte nur bei Frauen in der Altersgruppe 65–79 Jahre nachgewiesen werden. Fazit: Eine eindeutige Senkung der Rate für Schenkelhals- (S72.0) und pertrochantäre Frakturen (S72.1) durch eine spezifische Osteoporosetherapie nach DVO-Leitlinien ist aus der Bundesstatistik nur für Frauen in der Altersgruppe 65–79 Jahre nachweisbar.

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