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Epidemiologie der hüftgelenksnahen Frakturen

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Ausgabe: Hefte von 2009 (Vol. 18): Heft 2 2009 (73-168)
Seiten: 83-88

Epidemiologie der hüftgelenksnahen Frakturen

U. Frerichmann (1), C. Kösters (1), M. Raschke (1)
(1) Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Münster

Stichworte

Osteosynthese, Alterstrauma, proximale Femurfraktur, Hüftprothese, Liegezeit

Zusammenfassung

In einem Kooperationsprojekt der AG Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Lohmann & Birkner Health Care Consulting GmbH mit dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) wurden der Arbeitsgemeinschaft Alterstraumatologie die relevanten Daten von ca. 23Millionen Versicherten aus den Jahren 2002 bis 2004 zur Verfügung gestellt. Aus dem vorhandenen Datensatz wurden alle Krankenhausaufenthalte der Patienten ab einem Alter von 60Jahren mit der Hauptdiagnose „hüftgelenksnahe Fraktur und keine weitere Verletzung“ extrahiert und analysiert. Von 724606 stationären Behandlungen fand sich in 68929 (9,5%) Fällen die Diagnose „hüftgelenknahe Fraktur“ im Datensatz. Mit zunehmendem Alter zeigte sich eine deutliche Steigerung der Inzidenz von proximalen Femurfrakturen mit einem Maximum der Verletzungszahlen um das 82.Lebensjahr mit über 3000Fällen. Die operative Behandlung der proximalen Femurfraktur erfolgte bei 49,5% der Fälle mit einem gelenkerhaltenden stabilisierenden Verfahren (Osteosynthese – Schrauben – DHS – Nagelsysteme) und bei 48,6% mit einer Endoprothese sowie bei 1,9% mit einem sonstigen Verfahren. Für die osteosynthetischen Verfahren konnten kürzere Liegezeiten im Vergleich zu der prothetischen Versorgung nachgewiesen werden. Die Versorgung der proximalen Femurfraktur im Vergleich zu der tatsächlichen Bettenanzahl in Deutschland zeigt eine Mehrversorgung in den Kliniken mit 101 bis 600 Betten. Die Versorgung der proximalen Femurfrakturen, in Abhängigkeit von der Krankenhausgröße, zeigte eine überwiegende gleiche Verteilung der Operationsverfahren. Die Erlöse pro Fall der verschiedenen Osteosyntheseverfahren für die Krankenkassen wiesen keine wesentlichen Unterschiede auf und lagen bei ca. 6000Euro (5815Euro bis 6083Euro). Die durchschnittlichen Erlöse für die Implantation einer Prothese lagen etwa 1000Euro höher als die für Osteosyntheseverfahren (Hemiendoprothese: 7036Euro, Totalendoprothese: 7201Euro) und wiesen in den einzelnen Altersgruppen keine gravierenden Kostendifferenzen auf. Die akute Krankenhausmortalität stieg mit zunehmendem Alter bis auf 8,6% in der Altersgruppe ab 85Jahren an. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit einer dramatischen Zunahme der Verletzungen in der Altersgruppe ab 85 Jahren von 74% zu rechnen, insbesondere bis zum Jahre 2020 und von 350% bis zum Jahre 2050.

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English version of the article

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