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Infusionstherapie bei Hüftkopfnekrose und Knochenmarködemsyndrom

Zeitschrift: Osteologie
ISSN: 1019-1291
Thema:

Osteonekrosen

Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 21): Heft 4 2012 (243-322)
Seiten: 285-290

Infusionstherapie bei Hüftkopfnekrose und Knochenmarködemsyndrom

Iloprost und Ibandronat

J. Beckmann (1, 2), T. Schmidt (2), C. Baier (1), R. Springorum (1), B. Rath (3), M. Tingart (4), J. Grifka (1), J. Schaumburger (1)

(1) Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg, Asklepios Klinik Bad Abbach; (2) Sportklinik Stuttgart; (3) Orthopädische Klinik, Universitätsklinikum Aachen; (4) Klinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Aachen

Stichworte

Iloprost, Osteonekrose, Bisphosphonat, Ibandronat, Knochenmarködem, Prostacyclin

Zusammenfassung

Eine vermehrte Ansammlung von interstitieller Flüssigkeit kommt beim sogenannten Knochenmarködemsyndrom (KMÖ) wie auch bei Osteonekrosen (ON) vor. Der exakte Pathomechanismus bleibt unklar. Therapieoptionen sind meistens symptomatischer Art mit dem operativen Goldstandard der retrograden Anbohrung (sogenannte „core decompression“), die zu einer sofortigen Druckentlastung und damit Schmerzreduktion führt. In jüngerer Zeit konnte in einigen wenigen Arbeiten gezeigt werden, dass die intravenöse Applikation von Iloprost und Bisphosphonaten ebenfalls eine Reduktion der Ödeme und Schmerzen bewirken kann. In der vorliegenden Arbeit sollen die bisherigen Berichte durch eigene Erfahrungen zweier retrospektiver Studien überprüft werden. Hierzu wurden jeweils zehn Patienten mit KMÖ des Knies und Fußes einer intravenösen Therapie mit Iloprost bzw. Ibandronat zugeführt. Ferner wurden je zwölf Patienten mit KMÖ der Hüfte einer Infusionstherapie mit Iloprost einer Anbohrung oder der Kombination aus Anbohrung und Infusion gegenübergestellt. Signifikante Verbesserungen der erhobenen Scores (WOMAC, SF-36, VAS) konnten in beiden Studien verzeichnet werden. Das Ödem konnte deutlich reduziert werden. Im Vergleich der Gruppen war der Effekt von Prostacyclin sowie der Kombinationstherapie rascher und stärker sowie anhaltender. Die intravenöse Applikation von Bisphosphonaten und Iloprost stellt eine effiziente therapeutische Option in der Therapie des KMÖ dar. Prostacyclin wirkt rascher und stärker, ferner stellt die Kombinationsmethode aus Anbohrung und Infusion eine weitere Optimierung dar, insbesondere auch für die ON.

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