Anzeige

Gesamtübersicht

Diagnostik Heparin-induzierter Hautveränderungen

Zeitschrift:Phlebologie
ISSN:0939-978X
Ausgabe:2010 (Vol. 39): Heft 4 2010 (189–248)
Seiten:226-231

Diagnostik Heparin-induzierter Hautveränderungen

M. Schindewolf (1), R. J. Ludwig (2), M. Wolter (3), K. Hardt (3), R. Kaufmann (3), E. Lindhoff-Last (1), W.-H. Boehncke (3), B. Kahle (2)

(1) Department of Internal Medicine (Division of Angiology), Hospital of the Johann Wolfgang Goethe University, Frankfurt am Main, Germany; (2) Department of Dermatology, University of Lübeck, Germany; (3) Department of Dermatology, Hospital of the Johann Wolfgang Goethe University, Frankfurt am Main, Germany

Zusammenfassung

Hintergrund: Heparine werden erfolgreich zur Prophylaxe und Therapie thromboembolischer Erkrankungen eingesetzt. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen der Heparintherapie (z. B. Blutungen, Haarausfall, Heparin-induzierte Thrombozytopenie vom Typ 1 und 2) sind gut charakterisiert. Zur Inzidenz und zu den Ursachen Heparin-induzierter Hautveränderungen lagen bis vor kurzem keine prospektiven Daten vor. Zahlreiche Fallberichte ließen eine relativ hohe Inzidenz vermuten. In einer prospektiven Untersuchung wurde bei internistischen Patienten eine hohe Inzidenz Heparin-induzierter Hautveränderungen festgestellt. Als Ursache wurde in allen Fällen eine allergische Reaktion vom Typ IV diagnostiziert. Ziel dieser Untersuchung ist der Vergleich allergologischer und histologischer Methoden in der Diagnostik allergischer Reaktionen vom Typ IV auf Heparine. Patienten, Methoden: Insgesamt nahmen 32 Patienten mit Heparin-induzierten Hautveränderungen an der Untersuchung teil. Bei ihnen wurde die Ursache der Hautveränderungen sowohl mittels Epikutan-, Prick- und Intrakutan- und Subkutan-Testung als auch mittels Histologie untersucht. Zuvor war bei allen Patienten serologisch und funktionell eine Heparin-induzierte Thrombopenie (HIT) vom Typ 2 ausgeschlossen worden. Ergebnisse: Bei allen Patienten wurde als Ursache eine allergische Reaktion vom Typ IV diagnostiziert. Sensitivität der subkutanen Provokationstestung (78%) und der histologischen Untersuchung einer läsionalen Hautbiopsie (100%) waren hoch. Alle anderen diagnostischen Maßnahmen stellten sich entweder als unspezifisch heraus und/oder wiesen eine niedrige Sensitivität auf. Die Sofortablesung im Prick-Test zur Diagnose einer Typ-I-Sensibilisierung zeigte in 81% der Fälle ein falsch positives Ergebnis. Die Spätablesung von Epikutan-, Prick- und Intrakutantests zeigten eine Sensitivität zwischen 3,1% und 15.6%. Schussfolgerung: Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen wir die histologische Untersuchung einer Hautprobe anstelle einer allergologischen Testung bei Patienten mit Heparin-induzierten Hautveränderungen. Im Vergleich zur allergologischen Testung, die in der Regel erst sechs Wochen nach Abheilung der Läsionen und erst nach Ausschluss einer HIT vom Typ 2 durchgeführt werden kann, sind histologische Ergebnisse kurzfristig verfügbar. Zusätzlich erlaubt die histologische Untersuchung den Ausschluss anderer Ursachen Heparin-induzierter Hautveränderungen.

Stichworte

Heparin, Histologie, allergische Reaktion vom Typ IV, unerwünschte Arzneimittelwirkung

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.

N. Maurin

Die Medizinische Welt 2007 58 7: 328-332

2.

H.-U. Kasper, U. Drebber, P. Schirmacher, H. P. Dienes

Die Medizinische Welt 2004 55 7: 235-

3.

M. Levi (1), E. S. Eerenberg (1), P. W. Kampuisen (1)

Hämostaseologie 2011 31 4: 229-235

http://dx.doi.org/10.5482/ha-1153



Artikel

Sie haben 65 Artikel in ihrem Warenkorb.

5 Fachzeitschriften feiern 2012 "runde" Jubiläen

2012 feiern gleich fünf der 21 Fachzeitschriften "runde" Jubiläen, die im Schattauer...

Phlebologie Index 2011

Das Jahresregister der Phlebologie ist jetzt online!

Phlebologie 6/2011

Herausforderung Chronische Wunden! Verschaffen Sie sich einen umfassenden Überblick in der...