Duplexsonographische Beurteilung des belassenen Segments der Vena saphena magna nach partieller Resektion wegen Stammvarikose Betrachtung zur Verwendbarkeit als Transplantat
F. Präve, V. Hach-Wunderle, W. Hach
Venenzentrum Frankfurt am Main
Zusammenfassung
Fragestellung: Die stadiengerechte Operation einerStammvarikose der V. saphena magna gilt als Standardtherapie.Über das Schicksal des verbliebenendistalen Venensegments ist wenig bekannt. DieV. saphena magna hat eine wichtige Bedeutung alsTransplantat in der Chirurgie der koronaren Herzkrankheitund der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.Patienten und Methode: Wir erfassten 66 Patienten(89 Beine), bei denen vor 10,2 ± 5,4 Jahren einepartielle Resektion der V. saphena magna durchgeführtworden war. Das verbliebene Venensegment wurdeauf seine potenzielle Verwendbarkeit als Bypass mitder farbkodierten Duplexsonographie untersucht. Dazuwurden 3 Kollektive gebildet (Kollektiv A: transplantationsfähigeGefäßsegmente; Kollektiv B: Venen mitleichter Dilatation; Kollektiv C: ungeeignete Gefäße mitfolgenden Merkmalen: Venensegment <2 mm, Venenabschnitte<10 cm oder destruktive Veränderung).Ergebnisse: Dem Kollektiv A wurden 57 (65%), demKollektiv B 5 (5,6%) und dem Kollektiv C 27 (29,4%)Venensegmente zugeordnet. Die Gründe für eineUnbrauchbarkeit der Venen im Kollektiv C waren:Venensegment zu schmal 9 (28,1%), postphlebitisch2 (6,2%) oder phlebosklerotisch verändert 4 (12,5%),verschlossen 4 (12,5%), unterbrochen 5 (15,6 %), zukurz 8 (25%), mit multiplen Seitenästen 2 (6,2%) undfehlend 1 (3,1%). Schlussfolgerung: Die Ergebnisserechtfertigen die stadiengerechte Operation einerStammvarikose der V. saphena magna, weil 70,6% derbelassenen Venensegmente potenziell als Bypass tauglichsind. Bei 29,4% besteht eine Unbrauchbarkeit desbelassenen Segments. Die präoperative sonographischeUntersuchung der V. saphena magna vor Transplantationerscheint daher sinnvoll. Stichworte
Sonographie, Varizenchirurgie, Stammvarikose, Bypass