Operative Sanierung florider venöser Ulzera Wundinfektionsrate unter Antibiogramm-orientierter perioperativer antibiotischer Prophylaxe
M. Zutt 1 , O. Zimmermann 2 , U. Krüger 1 , L. Kretschmer 1
1 Hautklinik und Poliklinik (Ärztliche Direktorin: Prof. Dr. med. Christine Neumann), 2 Abteilung Bakteriologie, Georg-August-Universität, Göttingen
Zusammenfassung
Ziel: Die vorliegende Qualitätssicherungsstudie soll dieHäufigkeit von Wundinfekten nach operativen Eingriffenwegen floridem Ulcus cruris venosum an der AbteilungDermatologie der Universität Göttingen erfassen. Außer-demwird die präoperative Besiedlung der stationärvorbehandelten Ulzera mit pathogenen Mikroorganis-mendargestellt. Methoden: 59 Patienten mit Ulcuscruris venosum wurden 95 operativen Eingriffen unter-zogen(46-mal einseitig, 13-mal beidseitig; insgesamt75 Operationen am oberflächlichen Venensystem und20 paratibiale Fasziotomien). Allen Patienten wurdeeine am präoperativen Antibiogramm orientierte peri-operativeantibiotische Prophylaxe (PAP) als Einmalgabeverabreicht. Ergebnisse: Präoperativ wurde auf denUlzera am häufigsten eine Besiedlung durch Staphylo-coccusaureus, gefolgt von Proteus mirabilis, nachgewie-sen.In 3 Fällen (5,1%) wurden Methicillin-resistenteStaphylokokken gefunden. Cefazolin und Ciprofloxacinwaren die häufigsten zur PAP verabreichten Antibiotika.Insgesamt beobachteten wir bei 5 von 59 Patienten(8,5%) postoperative Wundinfekte, in 3 Fällen warendie präoperativ nachgewiesenen pathogenen KeimeUrsache der Wundinfektion. Schlussfolgerung: DerProzentsatz postoperativer Wundinfekte nach Sanierungvenöser Ulzera unter dem Schutz einer am präopera-tivenAntibiogramm orientierten PAP ist mit 8,5% ver-tretbar. Stichworte
Ulcus cruris, perioperative antibiotische Prophylaxe