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Beate Herpertz-Dahlmann; Katharina Bühren
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der RWTH Aachen
Die Anorexia nervosa (AN) ist eine Erkrankung der Adoleszenz und des jungen Erwachsenenalters, die eine hohe Chronifizierungsrate und Mortalität aufweist. Während man früher vorwiegend psychound familiendynamische Faktoren für ihre Entstehung verantwortlich machte, weisen heutige Erkenntnisse auf eine große Bedeutung neurobiologischer Faktoren in der Genese der AN. Viele Symptome der Erkrankung lassen sich auf den Starvationsprozess zurückführen. Der Verlauf der AN ist durch eine hohe Komorbidität mit affektiven, Sucht-, Angst- und Zwangserkrankungen gekennzeichnet. Persönlichkeitsstörungen aus dem entsprechenden Formenkreis (ängstlich-zwanghaft) sind ebenfalls häufig. Neuropsychologische Untersuchungen haben aufgezeigt, dass sich bei der AN kognitive Inflexibilität, eine schwache zentrale Kohärenz und gestörte „Theory-of-mind“-Funktionen nachweisen lassen, die vielfach auch nach Überwindung der Essstörung persistieren. Bisherige Therapieverfahren haben sich vor allem bei der adulten AN als wenig wirksam erwiesen; möglicherweise müssen neue Strategien gefunden werden, die Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmale stärker berücksichtigen.
Adoleszenz, Komorbidität, Persönlichkeitsstörungen, Verlauf, Erwachsenenalter, Anorexia nervosa, neuropsychologische Veränderungen
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