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Prävalenz und Komorbidität von Persönlichkeitsstörungen in psychosomatischen/psychotherapeutischen Kliniken

Zeitschrift:Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie
ISSN:1433-6308
Ausgabe:2006 (Vol. 10): No. 1
Seiten:3-17

Prävalenz und Komorbidität von Persönlichkeitsstörungen in psychosomatischen/psychotherapeutischen Kliniken

Jürgen Konermann, Alexander von Hammerstein, Michael Zaudig und Karin Tritt

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit untersucht die Prävalenz und Achse-I-Komorbiditätvon Persönlichkeitsstörungen in einer großen Stichprobevon Patienten aus 17 psychosomatischen Kliniken 1 . Die Diagnosevergabeerfolgte mittels klinischer Interviews der Behandlernach den Leitlinien der ICD-10. Von 49984 behandelten Patientender beteiligten Einrichtungen erhielten 13044 Patienten(26,1%) mindestens eine Persönlichkeitsstörung (PS). Nur 1,6%der Patienten erhielten mehr als eine Persönlichkeitsstörung. DieEmotional-instabile PS (5,6%), die Abhängige PS (3,5%) unddie Ängstlich-vermeidende PS (3,0 %) waren die häufigsten spezifischenPS. Die Kategorien „andere spezifische PS“ (5,0%) undkombinierte PS (3,3%) hatten ebenfalls vergleichsweise hohePrävalenzen. Hinsichtlich der Achse-I-Komorbiditäten belegen Einzelbefundefür die vorliegende Stichprobe höhere Prävalenzen vonSubstanzabhängigkeiten bei der Dissozialen PS (29,5 %) derEmotional-instabilen PS (24,9 %), der Abhängigen PS (22,5 %)und der Paranoiden PS (22,2 %). Die phobischen Störungen fandensich auffällig häufig bei der Ängstlich-vermeidenden PS (14,4%). Zum dem fanden sich höhere Prävalenzen der Zwangsstörungbei der Anankastischen PS (13,3 %) und der PosttraumatischenBelastungsstörung bei den Emotional-instabilen PS (14,3 %).

Stichworte

Komorbidität, Persönlichkeitsstörungen, Psychosomatik, Prävalenz

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