Wie lässt sich die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Langzeitbehandlungen wissenschaftlich erfassen?
Thomas Fydrich
Zusammenfassung
Für die wissenschaftliche Erfassung der Wirksamkeit von Langzeittherapien gelten im Kern die gleichen methodischen Anforderungen, die auch für die Evaluation kürzerer Behandlungen gültig sind: gute Deskription der Patientinnen und Patienten sowie der durchgeführten Behandlung, begründete Definition der Behandlungsziele und Einsatz zuverlässiger und valider psychometrischer Verfahren sowie angemessener statistischer Auswertungen. Höchsten Evidenzgrad für eine Aussage über die Wirksamkeit psychotherapeutischer Interventionen haben kontrollierte Studien. Da jedoch zahlreiche Befunde über die (geringen oder nicht feststellbaren) Veränderungen nicht behandelter Kontrollgruppen sowie über die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungen aus anderen Untersuchungen vorliegen, haben auch Verlaufsstudien und so genannte naturalistische Studien, in denen Ergebnisse mit denen aus anderen Erhebungen verglichen werden (Benchmark- Studien), eine hohe Evidenzkraft. Dies ist vor allem für die Untersuchung von Langzeittherapien wichtig, da aus ethischen und forschungspragmatischen Gründen kontrollierte Studien nur schwer zu realisieren sind. Stichworte
Benchmarking, Psychotherapieforschung, Langzeittherapie, Therapieerfolg, evidenzbasierte Psychotherapie