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Aktuelle Ausgabe

Zur Rolle neurobiologischer Faktoren in der Pathogenese der Magersucht

Zeitschrift:Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Therapie
ISSN:1433-6308
Ausgabe:2011 (Vol.15): No. 4
Seiten:239-245

Zur Rolle neurobiologischer Faktoren in der Pathogenese der Magersucht

Hans-Christoph Friederich; Katrin Ingenerf

Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik Zentrum für Psychosoziale Medizin

Zusammenfassung

Die Magersucht ist eine Erkrankung, die mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergeht. Trotz intensiver therapeutischer Bemühungen zeigen Anorexie-Patientinnen im Erwachsenalter oftmals chronische Krankheitsverläufe. Das eingeschränkte Ansprechen auf psychotherapeutische Maßnahmen und der charakteristische Beginn der Erkrankung um die Pubertät legt nahe, dass neben psychosozialen Faktoren auch neuronale Entwicklungsprozesse sowie sich verstärkende neurobiologische Mechanismen eine bedeutende Rolle spielen. Die technischen und methodischen Fortschritte auf dem Gebiet der zerebralen Bildgebung haben in den letzten Jahren neue Einblicke in grundlegende Aspekte der kognitiven, affektiven und motivationalen Funktionsweisen des Gehirns von Anorexie-Patientinnen ermöglicht. Der nachfolgende Beitrag soll eine Übersicht zu charakteristischen Trait-Merkmalen der Magersucht geben, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Erkrankung relevant sind. In den letzten Jahren wurden diesbezüglich insbesondere die zwanghafte, rigide Persönlichkeitsstruktur, Vermeidung als Persönlichkeitsmerkmal sowie das Schlankheitsstreben mit Hilfe neurowissenschaftlicher Methoden näher untersucht. Diese Untersuchungen weisen auf funktionelle Veränderungen im limbischen, fronto-striatalen Netzwerk von Anorexie-Patientinnen hin.

Stichworte

fMRT, Anorexia nervosa, kognitive Neurowissenschaft, kognitive Flexibilität, affektive Neurowissenschaft

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