Welternährungstag 2014: Die einen hungern, die anderen sind krankhaft fettleibig

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Heute ist Welternährungstag. Während weltweit über eine Milliarde Menschen an Hunger leiden, haben die großen Industrienationen das gegenteilige Problem: Die Menschen leiden unter Adipositas, krankhafter Fettleibigkeit. Die im Schattauer Verlag erschienen Fachzeitschrift Opens external link in new window„Adipositas“ gibt in Ausgabe 3/14 einen Überblick über die Therapie in Deutschland.

In Deutschland tritt Übergewicht bei 15% der Kinder, 67% der Männer und 53% der Frauen auf. Adipös, also krankhaft fettleibig, sind 6% der Kinder sowie 23% der Männer und 24% der Frauen. Die Tendenz ist steigend. Dennoch wird Adipositas in Deutschland nicht als Krankheit anerkannt. Damit sind die Krankenkassen nicht verpflichtet, die Kosten für eine Adipositas-Therapie zu übernehmen. Das führt wiederum dazu, dass die meisten Betroffenen keine angemessene Behandlung erhalten, obwohl es vielfältige Therapiemöglichkeiten gibt, bspw. im Bereich Ernährung, Bewegung und Verhalten oder gar bariatrische Chirurgie.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Body-Mass-Index (BMI, kg/m²) heutzutage zur Definition von Übergewicht und Adipositas verwendet wird. Er stellt aber nur eine indirekte Kenngröße der Fettmasse dar. Im oberen BMI-Bereich ist er ein guter Parameter der Fettmasse, im unteren Bereich ist er eher ein Parameter der fettfreien Masse. Es stellt sich daher die Frage, ob der BMI das Gesundheitsrisiko adäquat widerspiegeln kann.

Adipositas sollte als Gesamterkrankung des Körpers behandelt werden

Adipositas ist als Gesamterkrankung des Körpers zu sehen und sollte auch bei der Therapie nicht isoliert betrachtet werden. Bei Kindern und Jugendlichen sind Ko-Morbiditäten noch relativ selten: etwa 1 % der Jugendlichen mit Adipositas leiden an einem Diabetes mellitus Typ 2, 5 % haben eine gestörte Glukosetoleranz, 37 % leiden an Hypercholesterinämie, 2 % an Gallensteinen und zirka 20 % entwickeln eine Hepatopathie. Bei Erwachsenen nimmt mit steigendem Lebensalter die Anzahl der Adipositas-mitbedingten Krankheiten jedoch deutlich zu. Die Wahrscheinlichkeit von Personen mit einem BMI >40 kg/m², an einer Ko-Morbidität zu erkranken, liegt für Diabetes mellitus Typ 2 bei 26 %, für Hypertonie bei 51 %, für koronare Herzkrankheit bei 47 % und für Arthrose bei 44 %.

Zum Beitrag Opens external link in new window„Therapie der Adipositas in Deutschland“ (Dr. C. Holzapfel et al.)

Dieser Fachartikel stammt vom Opens external link in new windowKompetenznetz Adipositas.


Wie ernährt man sich allerdings bewusst und was steht einer gesunden Ernährung entgegen? Mit der neuronalen Verarbeitung von Nahrungsmitteln befasst sich der Artikel „Du bist, was du isst“? von Dr. S. Frank et al. In den großen Industrienationen sind energiereiche Lebensmittel permanent verfügbar. Die Nahrungsaufnahme wird daher weniger von homöostatischen Kontrollmechanismen, sondern zunehmen durch hedonistische Prozesse beeinflusst. Fettaromen aktivieren unsere gustatorischen Gehirn-Areale und wirken deshalb so verlockend. Warum das so ist, erfahren Sie hier:

Zum Beitrag Opens external link in new window„Du bist, was du isst“?



Vorschau
In Ausgabe 4 der Adipositas (erscheint Mitte November) wird die aktuelle Adipositas-Leitlinie veröffentlicht.
Vom 20.-22.11. findet die Opens external link in new windowTagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Leipzig statt.

Pressekontakt:
Stefanie Engelfried
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schattauer GmbH
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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.