Kindesmissbrauch in Deutschland: Weiterbildungsbedarf bei Betreuern

Am 20. September ist Weltkindertag. Er steht unter dem Motto „Jedes Kind hat Rechte!“ Ein wichtiges Thema angesichts der Medienberichte: In Rotherham wurden 16 Jahren lang bis zu 1400 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht, in Österreich vergewaltigten 3 Brüder einen 8-Jährigen, die Staatsanwaltschaften prüfen 705 Fälle einer bundesweiten Kinderporno-Razzia, die Bundesregierung legt einen Gesetzentwurf gegen Kindespornografie vor. Die Fachzeitschrift „Nervenheilkunde“ (Schattauer Verlag) informiert in Ihrer Schwerpunktausgabe „Sexueller Missbrauch, Kinderschutz in der Medizin“ über die aktuelle Situation in Deutschland.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie der Universität Ulm unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg M. Fegert verfügt über eine große Expertise in Kinderschutzfragen. Von dort wird auch das im November 2013 gegründete interdisziplinäre, überregionale Kompetenzzentrum Kinderschutz in der Medizin in Baden-Württemberg koordiniert.

Dass ein großer Weiterbildungsbedarf im ärztlichen, psychotherapeutischen und pädagogischen Handlungsfeld im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch besteht, veranschaulichen die „Berichte und Dokumentationen zum Thema Aufarbeitung in Deutschland“ des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sowie eine deutschlandweite Online-Befragung. Die größten Unsicherheiten bestehen insbesondere im Bezug auf Gespräche mit Erziehungsberechtigten (64%) bzw. den betroffenen Kindern und Jugendlichen (58%), im Umgang mit rechtlichen Vorschriften (62%) sowie der Frage der Datenweitergabe u.a. an Jugendamt und Polizei (61%).

Weitere Informationen können Sie dem Beitrag Opens external link in new window„Weiterbildungsbedarf im ärztlichen psychotherapeutischen und pädagogischen Handlungsfeld im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch“ entnehmen.


Weitere Beiträge zum Thema Kindesmissbrauch aus der Nervenheilkunde 11/13:

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Das nächste Schwerpunktheft zum Thema Kindesmissbrauch der Nervenheilkunde ist Ausgabe 1/2 2015, die Anfang Februar 2015 unter der Federführung von Prof. Fegert und Prof. Dr. Franz Petermann (Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Bremen) erscheint.

Einige geplante Themen:

  • Prävention gewalttätiger Ereignisse,
  • Traumatische Erfahrungen von Kindern in Heimerziehung und Pflege,
  • Trauma nach sexuellem Missbrauch, Misshandlung und Unfällen,
  • Behandlung psychischer Erkrankungen bei Kindern
  • Therapie mit Psychopharmaka bei Kindern
  • Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen
  • Soziale Ängstlichkeit und Unsicherheit bei Kindern
  • Belastungen von Kindern durch Inobhutnahme
  • Hilfe für Opfer sexueller Gewalt
  • Kinder psychisch kranker Eltern

Pressekontakt:
Stefanie Engelfried
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Schattauer GmbH
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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.