Schlaganfall bei Kindern: Diagnose häufig verzögert

Im Gegensatz zu Erwachsenen ist der Schlaganfall bei Kindern ein seltenes Ereignis mit weitreichenden Konsequenzen, nicht nur für das Kind und dessen Familie, sondern aufgrund hoher Folgekosten auch für das Gesundheitswesen. Wegen der Seltenheit und mannigfaltigen Klinik wird die Diagnose oft deutlich verzögert gestellt. Die Schattauer Fachzeitschrift „Nervenheilkunde“ leistet Aufklärungsarbeit.

Der zerebrovaskuläre Insult ist ein seltenes, jedoch einschneidendes Ereignis in der Kindheit. Er gehört zu den zehn häufigsten Todesursachen im Kindesalter und geht mit einer hohen Morbidität einher. Dabei sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Die unvollständige Lähmung einer Körperseite (mit/ohne Sprachverarbeitungsstörung oder Gesichtslähmung) ist bei 70% bis 80% der betroffenen Kinder das Leitsymptom; Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Bewusstseinsstörungen sind weitere Symptome.

Deutlich verzögerte Diagnosestellung

Ungenügende Sensibilisierung für das mögliche Auftreten eines arteriell ischämischen Schlaganfalls im Kindesalter, nicht nur bei Eltern oder Betreuern, sondern auch bei Fachpersonen, führen leider häufig zu einer deutlich verzögerten Diagnosestellung. Das Vorhandensein von multiplen Differenzialdiagnosen stellt eine weitere Schwierigkeit dar. Nur ein Drittel der betroffenen Kinder wird innerhalb des therapeutischen Fensters von 6 Stunden diagnostiziert. Das frühe Erkennen eines Schlaganfalls beim Kind ist jedoch entscheidend für die therapeutischen Optionen und das Langzeitergebnis.

Goldstandard zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose ist die diffusionsgewichtete Magnetresonanztomografie. Als wichtigste Risikofaktoren sind Infektionen, kardiale Ursachen sowie Gefäßerkrankungen und Blutgerinnungsstörungen zu nennen. Abhängig vom Vorliegen der einzelnen Risikofaktoren beträgt das Rückfallrisiko 14% bis 19%.
Das optimale therapeutische Vorgehen wird kontrovers diskutiert. Plättchenaggregationshemmer und Heparinisierung werden gleichwertig eingesetzt. Die Thrombolyse stellt eine mögliche Alternative dar, deren Indikation jedoch bei fehlender Evidenz im Kindesalter sorgfältig gestellt werden muss.

Die Sterblichkeitsrate bei Kindern nach Schlaganfall beträgt 5% bis 15% (2, 12). Bei zwei Dritteln der Kinder bleiben aber lebenslängliche neurologische und/oder neurokognitive residuelle Probleme zurück.


Den kompletten Fachbeitrag „Kindlicher Schlaganfall“ von Andrea Lustenberger und Maja Steinlin können Sie Opens external link in new windowhier nachlesen.

 

 

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Über den Schattauer Verlag
Der Schattauer Verlag für Medizin und Naturwissenschaften (gegründet 1949), Stuttgart, ist ein inhabergeführtes Traditionsunternehmen mit 60 MitarbeiterInnen. Zu den Standbeinen des Verlages zählen das renommierte Fachbuchprogramm (weltweite Anerkennung genießen dabei bspw. die Farbatlanten, u.a. Rohens „Anatomie des Menschen“, bereits in 20 Sprachen erschienen), 21 nationale und internationale Fachzeitschriften (die auflagenstärkste Zeitschrift ist die „Nervenheilkunde“, eine Zeitschrift aus dem Bereich der Neurowissenschaften) sowie die Kongressorganisation Schattauer Convention mit Fortbildungs-Seminaren für Human- und Veterinärmediziner. Ein mit dem Schattauer Verlag verbundenes Unternehmen ist der Psychiatrie Verlag, Köln.