Ernährung in der Onkologie - Drei Fragen an Prof. Bertz und Dr. Zürcher

Prof. Bertz

Dr. Zürcher

Krebserkrankungen sind nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Bei vielen, vor allem auch den häufigsten Krebserkrankungen ist die Ernährung in wenigstens einer der Erkrankungsphasen von Bedeutung. Zudem ist sie für Patienten ein ganz wesentlicher Faktor ihrer Lebensqualität.

Vom Prof. Hartmut Bertz und Dr. Gudrun Zürcher ist zum Thema das Buch Opens external link in new window"Ernährung in der Onkologie" erschienen. Wir haben Ihnen drei Fragen dazu gestellt:


Warum sollten behandelnde Ärzte bei Tumorpatienten die Ernährung im Blick haben?

Tumorpatienten sind häufig schon bei Erstdiagnose mangelernährt und verlieren unter der Tumortherapie zusätzlich noch Gewicht. Mangelernährung ist aber ein unabhängiger klinischer Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Bei Tumorpatienten hat sie einen negativen Einfluss auf Therapietoleranz, Prognose und Lebensqualität der Patienten.


Wie kann ein Arzt in der Behandlungssituation feststellen, ob sein Patient sich „richtig" ernährt? Welche konkreten Anzeichen gibt es für eine schlechte Ernährungssituation?

Ein Gewichtsverlust ist das erste Zeichen einer Mangelernährung. Über 50% der Tumorpatienten haben bereits vor der Diagnosestellung ungewollt an Gewicht verloren. Bereits bei der Erstvorstellung und dann im weiteren Krankheitsverlauf sollte daher auch der Ernährungszustand des Patienten erfasst werden. Dazu wird zumindest der Gewichtsverlauf erfragt und der Patient gewogen. Auch Informationen bzgl. Nahrungsaufnahme, Appetit und wie viel ein Patient von seinem geplanten Essen zu sich genommen hat, sind sehr hilfreich.


Wie sollten sich Tumorpatienten ernähren? In Ihrem Buch „Ernährung in der Onkologie" vermitteln Sie auf über 400 Seiten relevantes Wissen zu allen Ernährungsfragen in der Onkologie. Gibt es eine Faustregel, was behandelnde Ärzte empfehlen können, wen die Diagnose Krebs gestellt wird?

Wichtig ist, nicht nur die Tumortherapie des Patienten festzulegen, sondern auch an die Ernährungstherapie zu denken. Es gibt nicht die eine Ernährungsempfehlung für alle Patienten. Jede Ernährungstherapie erfolgt individuell in Abhängigkeit von der Art der Behandlung, den Beschwerden und den Wünschen des Patienten. Dazu muss zunächst das Ernährungsverhalten des Patienten erfasst werden. Die Ernährungstherapie reicht von der Optimierung der oralen Nahrungszufuhr, bei Bedarf mit künstlicher Nahrungsanreicherung und Zufuhr von Trink-und Zusatznahrung bis hin zur künstlichen enteralen und parenteralen Ernährung. Wichtig ist, dass unter Therapie ein weiterer Gewichtsverlust vermieden werden muss.

Abdruck frei. Beleg erbeten.

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